Wohnbezirk Wolfsburg-Schillerteich

Revue der VW-Tarifverhandlung

  • 27.03.2015
  • Ortsteil Schillerteich

Der IG Metall Ortsteil Schillerteich startete mit einer Informationsveranstaltung zu den Ergebnissen der VW-Tarifverhandlung 2015 in der alten VfL-Stadiongaststätte.

Von links nach rechts Dieter Mollenhauer, Stephan Wolf, Waltraud Kintschert, Thomas Heyn, Stefan Bebenowski, Semi Gritli

Dazu lud der Ortsteil den stellvertretenen Gesamtbetriebsratsvorsitzenden von Volkswagen, Stephan Wolf, ein. "Stephan hat immer an den Verhandlungen der Tarifkommission teilgenommen, so konnten wir aus erster Hand den Verhandlungsverlauf verfolgen", erklärt Ortsteilleiter Thomas Heyn. 

Rund 39.000 Beschäftigte der Volkswagen-Standorte hatten sich im Rahmen der Tarifrunde an Informationsveranstaltungen und spontanen Aktionen beteiligt, um die schleppenden Verhandlungen zu beschleunigen.

Wolf erläuterte das Ergebnis genau: Rund 115.000 Beschäftigte der Volkswagen AG und Financial Services erhalten ab Juni 3,4 Prozent mehr Geld. Leiharbeitnehmer, die bei der Volkswagen AG beschäftigt sind, erhalten ebenfalls ab Juni diesen Jahres 3,4 Prozent mehr Geld und einen Einmalbetrag von insgesamt 150 Euro ausbezahlt. 

Die IG Metall konnte sich mit ihrer Forderung nach 1.400 Ausbildungsplätzen durchsetzen. Volkswagen hat sich tarifvertraglich verpflichtet, in den nächsten drei Jahren jährlich 1.400 Ausbildungsplätze zu schaffen. Auszubildenden wird ein Rentenbaustein von 150 Euro auf dem betrieblichen Rentenkonto gutgeschrieben. Zudem übernimmt Volkswagen die Semestergebühren von dual Studierenden in Höhe von 350 Euro brutto.

Vor dem Hintergrund des ausgesprochen guten Ergebnisses von Volkswagen, konnte die IG Metall zusätzlich einen Rentenbaustein in Höhe von 450 Euro durchsetzen. Dieser Rentenbaustein wird grundsätzlich nicht ausgezahlt. Ziel ist es, der Absenkung des gesetzlichen Rentenniveaus ein Stück entgegen zu wirken und die betriebliche Altersversorgung im Rahmen des 'Zukunftsplans Gute Arbeit' langfristig auszubauen.

In einer anschließenden Diskussion kamen die Fragen auf, welches die schwierigsten Verhandlungspunkte gewesen sind, die mit der Unternehmensseite ausgehandelt worden sind. Auch wurde darüber debattiert, wie die weiteren Umsetzungspläne für die nächsten Jahre durchsetzbar sind. Vor dem Hintergrund der sich verändernden Arbeitswelt, wie den Herausforderungen im Rahmen von Industrie 4.0, der Digitalisierung oder der demografischen Entwicklung hat der vereinbarte "Zukunftsplan Gute Arbeit" eine nachhaltige Wirkung. Damit sind die Weichen für die Zukunft gestellt und ein klarer Gestaltungsauftrag verbunden. IG Metall und Volkswagen haben fünf Themenfelder identifiziert, die im Rahmen des "Zukunftsplan Gute Arbeit" angegangen werden: 'Gesund bleiben bei der Arbeit', Verbesserungen bezüglich der Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben, Innovationen bezüglich Ausbildung und Qualifizierung, Ausbau der betrieblichen Altersvorsorge sowie das Themenfeld der Arbeitsorganisation.

Die Ortsteilleitung war sich einig, das bei Volkswagen ein guter Tarifvertrag  für die Kolleginnen und Kollegen ausgehandelt worden ist.


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