Erwerbslosenfrühstück

IG Metall-Arbeitskreis fordert Kindergrundsicherung

  • 21.10.2019
  • Aktuelles, Erwerbslose

Auch in der reichen Stadt Wolfsburg sind viele Menschen von Armut betroffen. Darauf hat der Arbeitskreis „Arbeitslos Nicht Wehrlos“ (AK ANW) der IG Metall Wolfsburg am Samstag mit seinem Erwerbslosenfrühstück im Gewerkschaftshaus aufmerksam gemacht. Rund 50 Gäste waren gekommen: zum Austausch, zur Information und natürlich zu einem reichhaltigen Frühstück.

Mit der Veranstaltung zum Weltarmutstag wollte der AK ANW den Blick auf die finanzielle Notlage vieler Mitbürger*innen rücken. Hartwig Erb, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Wolfsburg, begrüßte die Anwesenden und dankte den ehrenamtlichen Helfer*innen für ihren Einsatz. „Ich weiß aus vielen Gesprächen mit Betroffenen, wie schnell man von der Erwerbstätigkeit in die Arbeitslosigkeit und Armut rutschen kann“, sagte er. „Wir als IG Metall kümmern uns auch dann weiter um unsere Mitglieder und lassen niemanden im Stich.“ Erb berichtete auch vom Gewerkschaftstag der IG Metall, der kürzlich in Nürnberg stattgefunden hat. Dort hatte er einen Antrag der Geschäftsstelle vorgetragen, der die Finanzierung der Koordinierungsstelle gewerkschaftlicher Arbeitslosengruppen (KOS) weiterhin sichern soll. „Dafür werde ich mich auch in Zukunft mit aller Kraft einsetzen“, kündigte er an.

Dieter Pfeiffer, stellvertretender Sprecher des Arbeitskreises, präsentierte eine Reihe von Informationen zum Thema Armut: „Besonders Kinder, ältere Menschen und Hartz-IV-Empfänger tragen ein erhöhtes Armutsrisiko“, wusste er. Allein in Wolfsburg seien rund 3.000 Kinder von Armut betroffen – eine Quote von etwa 15 Prozent. Dazu kommen laut Pfeiffer fast 1.000 Rentner*innen, die auf die Grundsicherung angewiesen sind.

Zur Vermeidung von Armut brauche es mehr bezahlbaren Wohnraum.  „Auch in Wolfsburg gab es in den vergangenen Jahren erhebliche Mietpreissteigerungen. Das ist ein großes Problem, weil viele Menschen durch hohe Mieten in die Armut rutschen. Beim Thema sozialer Wohnungsbau muss die Stadt mehr tun“, fordert Gewerkschaftssekretärin Alina Roß. Bei Neubauprojekten mit mehr als 100 Wohnungen könne die Stadt zwar bereits jetzt die Bauträger auf eine Quote von 25 Prozent geförderten Wohnraum verpflichten. „Das wird aber nicht immer kontrolliert und eingehalten“, kritisiert Pfeiffer.

Zur Bekämpfung der Kinderarmut ist nach Ansicht von Pfeiffer die Einführung einer unbürokratischen Kindergrundsicherung notwendig. Darin sollten alle bisherigen Leistungen wie Kindergeld, Kinderzuschlag und die Leistungen aus dem Bildungsteilhabepaket zusammengeführt werden. Um die Altersarmut einzudämmen, müsse endlich die Grundrente eingeführt werden – und zwar ohne Bedürftigkeitsprüfung.

Das Erwerbslosenfrühstück findet zwei Mal im Jahr im Gewerkschaftshaus statt. Beratung für Erwerbslose bietet der Arbeitskreis „Arbeitslos Nicht Wehrlos“ der IG Metall mittwochs von 15.30 bis 17 Uhr im Gewerkschaftshaus (Antonio-Gramsci-Raum) an. Mehr Informationen gibt es unter Tel. 05361/200267.