IG Metall-Senioren

Einmal Metaller, Immer Metaller...

05.01.2015 | Die Senioren der IG Metall haben keine Zeit, um Rost anzusetzen: Die einen helfen jeden Dienstag im Wolfsburger Gewerkschaftshaus anderen Senioren als ehrenamtliche Renten- und Sozialberater, die anderen freuen sich an jedem Montagnachmittag auf Rommee, Skat oder Kegeln. An anderen Nachmittagen finden spannende, für den Alltag nützliche Vorträge oder Besichtigungen statt. Herbert Jentsch und Wolfgang Burgstedt sind zwei der aktiven Senioren, die die Beratung und das Programm für die anderen auf die Beine stellen – die „WIR“ sprach mit ihnen.

Mit viel Engagement und Freude organisieren sie das Programm für die IG Metall-Senioren (v. l. n. r.): Herbert Jentsch, Lothar Ewald (Zweiter Bevollmächtigter), Alfred Pozar und Wolfgang Milz. Nicht auf dem Foto zu sehen ist Wolfgang Burgstedt, der das Beratungsteam koordiniert, das jeden Dienstagvormittag im Gewerkschaftshaus die Kolleginnen und Kollegen zur Rente und zu sozialen Fragen berät. Foto Matthias Leitzke

Wolfgang, du bist jetzt 79 und Herbert, du bist 68 Jahre alt. Hat man nicht irgendwann genug von der IG Metall?

Wolfgang Burgstedt: (lacht) Ich war 49 Jahre lang ehrenamtlicher Funktionär, da geht man nicht einfach nach Hause. Zehn Jahre war ich VK-Leiter, 13 Jahre im Betriebsrat bei Volkswagen, ich war Referent bei der IG Metall und und und … Die meiste Zeit meines Lebens habe ich mit Gewerkschaftsarbeit verbracht – und das war eine gute Entscheidung, dazu stehe ich bis heute.

Herbert Jentsch: Ich war bei Volkswagen in der Sozialberatung – dort habe ich so viel Fachwissen angehäuft – das wäre schade, wenn das jetzt verpuffen würde. Ich bin jetzt zehn Jahre draußen aus dem Werk. Solange mir die Beratung Spaß macht, bleibe ich dabei!

Herbert, Du bist auch offizieller Versichertenberater der Rentenversicherung – was sind da eigentlich deine Aufgaben?

Herbert Jentsch: Versichertenberater sind ehrenamtliche Berater, eingesetzt und geschult von der Rentenversicherung. Wir helfen bei der Antragstellung, beantworten Fragen zum Versichertenverlauf und dazu, wie die Rente nach einer Scheidung aufgeteilt wird, andere wollen etwas über freiwillige Beitragszahlungen wissen oder über Abschläge bei einem früheren Rentenantritt. Alle allgemein gültigen Fragen können wir beantworten.

Dann müssen die Kolleginnen und Kollegen sich gar nicht an die Behörden wenden oder im Konfliktfall einen Anwalt nehmen?

Wolfgang Burgstedt: So einfach ist es nicht. Sowie es im Einzelfall zum konkreten sozial- oder steuerrechtlichen Streitfall kommt, dürfen wir nach dem Gesetz nicht beraten, da sind dann Juristen oder Steuerberater gefragt. Wir können jedoch viel im Vorfeld klären. Unser Kollege Antonio Cerlenizza berät übrigens auch auf Italienisch.

Nehmen denn viele Kolleginnen und Kollegen euer Beratungsangebot in Anspruch?

Wolfgang Burgstedt: Oh ja, Herbert hat wöchentlich zwischen sechs und acht Beratungen und dazu kommen noch viele Einzelfragen. Außerdem nutzen etliche Kollegen den Dienstagvormittag, um sich hier im Gewerkschaftshaus zu treffen. Sie wissen, dann ist auf jeden Fall jemand hier und einen Kaffee gibt es auch. So hat sich unser Beratungstermin auch zu einem Treffpunkt entwickelt.

Herbert, ihr organisiert ja auch noch Freizeitangebote für die IG Metall-Rentner, was steht da so auf dem Programm?

Herbert Jentsch: Jeden 1. und 3. Montag im Monat bieten wir von 13:30 Uhr an einen Spielenachmittag im Gewerkschaftshaus an und jeden 2. und 4. Montag kegeln wir ab 14:30 Uhr im Kreuzheider Krug. Beide Termine sind offen für alle und wir freuen uns über neue Gesichter.

Bietet ihr außer diesen regelmäßigen Terminen noch mehr an?

Herbert Jentsch: Oh ja, gerade hatten wir unsere wie immer gut besuchte Weihnachtsfeier. Außerdem organisiere ich zusammen mit meinen Stellvertretern Alfred Pozar und Wolfgang Milz Museumsbesuche und Besichtigungen. Viel Zuspruch finden auch unsere Vorträge. Im vorigen Jahr hatten wir zum Beispiel eine Referentin von der Volksbank, die uns viel zu Bankautomaten und Onlinebanking erzählt hat. Ein Kriminalhauptkommissar war da und hat über Trickbetrüger berichtet und wie man sich vor Einbrüchen schützen kann. Auch 2015 planen wir wieder einiges, auf der Homepage der IG Metall und auf der nächsten Seite dieser „WIR“ könnt ihr das Programm nachlesen.