wegen großer Nachfrage: Weitere Vorführung am 15. Oktober um 11 Uhr

"Wir sind Juden aus Breslau" - Ein Kinofilm von Karin Kaper und Dirk Szuszies

  • 10.10.2017
  • Aktuelles, Kultur

Wolfsburg - Ein Film von aktueller Brisanz, der ein eindringliches Zeichen setzt gegen stärker werdende nationalistische und antisemitische Strömungen in Europa. Ein Film, der aufzeigt, wohin eine katastrophale Abschottungspolitik gegenüber Flüchtlingen führt. Ein Film, der anhand der Lebensschicksale der Protagonisten auch die Gründung des Staates Israel mit den Erfahrungen des Holocaust in Verbindung setzt.

Jüdische Schulklasse 1938 in Breslau

Gerda Bikales mit Eltern 1937 in Breslau (Familie Bierzonsk)

Sie waren jung, blickten erwartungsfroh in die Zukunft, fühlten sich in Breslau, der Stadt mit der damals in Deutschland drittgrößten jüdischen Gemeinde, beheimatet. Dann kam Hitler an die Macht. Ab diesem Zeitpunkt verbindet diese Heranwachsenden das gemeinsame Schicksal der Verfolgung durch Nazi-Deutschland als Juden: Manche mussten fliehen oder ins Exil gehen, einige überlebten das Konzentrationslager Auschwitz. Der Heimat endgültig beraubt, entkamen sie in alle rettenden Himmelsrichtungen und bauten sich in den USA, England, Frankreich, und auch in Deutschland ein neues Leben auf. Nicht wenige haben bei der Gründung und dem Aufbau Israels wesentlich mitgewirkt.

14 Zeitzeugen stehen im Mittelpunkt des Films. Sie erinnern nicht nur an vergangene jüdische Lebenswelten in Breslau. Ihre späteren Erfahrungen veranschaulichen eindrücklich ein facettenreiches Generationenporträt. Einige von ihnen nehmen sogar den Weg in die frühere Heimat auf sich, reisen ins heutige Wroclaw, wo sie einer deutsch-polnischen Jugendgruppe begegnen. Gerade in Zeiten des zunehmenden Antisemitismus schlägt der Film eine emotionale Brücke von der Vergangenheit in eine von uns allen verantwortlich zu gestaltende Zukunft.

Eine Rolle im Film spielt auch der Wiederaufbau einer jüdischen Gemeinde in Wroclaw. Diese Einbindung macht die Fallhöhe deutlich, der Kontrast zum Vergangenen, zum unwiderruflich Verlorenen, wird schmerzhaft größer und deutet doch die Möglichkeit eines zarten Neubeginns an.

Wegen der großen Nachfrage: Weitere Vorführung am Sonntag, 15. Oktober 2017 um 11 Uhr im Delphin-Palast. Reservierungen sind telefonisch unter 05361/3070507 möglich.

In Zusammenarbeit mit

  • der IG Metall Wolfsburg,
  • der Liberalen Jüdischen Gemeinde Wolfsburg/Region Braunschweig e.V.,
  • der VVN-BdA Kreisvereinigung Wolfsburg,
  • dem Wolfsburger Verein Erinnerung und Zukunft e.V.,
  • der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Wolfsburg-Gifhorn e.V. und
  • der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Niedersachsen-Ost e.V.