Generalstreik in Spanien

"Wir dürfen nicht tatenlos zusehen, wenn Teile Europas zum Testlabor für arbeitnehmerrechtsfreie Zonen gemacht werden sollen"

  • 28.03.2012
  • Aktuelles, InterSoli

Die IG Metall Wolfsburg unterstützt den Generalstreik der spanischen Gewerkschaften am morgigen Donnerstag. "Unsere besondere Solidarität gilt den Kolleginnen und Kollegen an den Volkswagen- und Seat-Standorten in Barcelona, Pamplona und Martorell", erklärt Hartwig Erb, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Wolfsburg.

Hartwig Erb

Christian Matzedda

Berthold Huber zur aktuellen Situation in Spanien

"Wir dürfen nicht tatenlos zusehen, wenn Teile Europas zum Testlabor für arbeitnehmerrechtsfreie Zonen gemacht werden sollen", so Erb. In Spanien habe die Regierung die Wirkung von Tarifverträgen eingeschränkt und sie zu einer stumpfen Waffe gemacht. "Das ist aus unserer Sicht völlig inakzeptabel."

"Die Lage der Menschen in Spanien lässt auch die Kollegen in Wolfsburg nicht kalt", unterstreicht Christian Matzedda vom Arbeitskreis Nord-West-Südeuropa der IG Metall Wolfsburg. "In den Angriffen auf die Arbeitnehmerrechte in Ländern wie Spanien sehen sie zu Recht einen Testlauf für ein Europa, in dem Beschäftigte keine Rechte haben, sondern als Lohnsklaven von Unternehmen angefordert und abbestellt werden können", so Matzedda.

Gewerkschaftschef Berthold Huber unterstrich in einer Videobotschaft in deutscher und spanischer Sprache, die auf Youtube gepostet wurde: "Spanien darf der Arbeitgeberwillkür nicht preisgegeben werden."

Die konservative Regierung in Madrid untergräbt nicht nur die Wirkung der Tarifverträge, in dem sie betriebliche Vereinbarungen besser stellt. Sie unterwirft Arbeitnehmer zunehmend der Willkür ihrer Chefs. Diese können die Einkommen ihrer Beschäftigten kürzen und die Arbeitszeit verlängern, wenn der Gewinn des Unternehmens neun Monate lang zurückgegangen ist. Das heißt: Sie müssen noch nicht einmal Verluste machen.

Kündigungen erleichtert ihnen das Gesetz ebenfalls. Arbeitgeber müssen Massenentlassungen nicht mehr von der Arbeitsbehörde genehmigen lassen. Die gesetzlichen Ansprüche bei Abfindungen wurden gesenkt. Vor allem für junge Menschen bedeutet das: Arbeit ohne Sicherheit und Zukunft.

Das Video mit Berthold Huber sowie ein Radiobeitrag über die Lage in Spanien sind unten unter "Links" zu finden.

Eine Solidaritätserklärung der IG Metall Wolfsburg mit den Streikenden findet sich in deutscher und spanischer Fassung unter "Dateien" zum Download.

 


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