Happy Halloween

WIR besuchen die "Fright Night"

03.09.2025 | Für alle Grusel- und Horrorliebhaber wird das Dorf Osloß im Landkreis Gifhorn rund um Halloween zu einer echten Pilgerstätte. Denn dann organisiert Metaller Michael Kenstel dort zusammen mit vielen Freunden in der Turnhalle einen Horror-Parcours auf über 400 Quadratmetern Fläche, der den Besucherinnen und Besuchern das Fürchten lehrt und für echte Gänsehaut-Momente sorgt.

Was 2019 aus einer Bierlaune heraus unter drei Freunden begann, ist mittlerweile weit mehr als ein dorfinterner Geheimtipp. Selbst Fernsehsender wie RTL berichteten schon über dieses ganz spezielle Projekt, hinter dem seit 2023 der extra geründete Verein „A Fright Night“ mit mittlerweile über 30 Mitgliedern steht. Die Vorführungen, die für Erwachsene immer am 30. Oktober und in abgeschwächter Form am 31. Oktober für Kinder angeboten werden, sind eigentlich immer ausverkauft. Tickets nur ganz schwer zu ergattern. 

Der Grund für den Erfolg ist mit Sicherheit die Leidenschaft, die die Vereinsmitglieder in ihr Event stecken. „Wir sind eigentlich das ganze Jahr mit der Planung beschäftigt“, erklärt der Vereinsvorsitzende Michael Kenstel, der im Berufsleben bei HCL Technologies beschäftigt ist und dort auch Vertrauensmann und Betriebsrat ist. Vom Kulissenbau, über das Basteln von Monster­puppen und schaurigen Requisiten, die Technik und das Schminken bis hin zum Schauspielern – bei „A Fright Night“ sind viele Talente gefragt. „Wir versuchen eigentlich alles in Eigen­regie herzustellen und zu designen. Kaufen kann ja jeder“, schmunzelt Kenstel. Das ist extrem aufwendig und ausgeklügelt, denn der Parcours besteht immer aus mehreren Szenen, die unter Zeitdruck quasi in die Halle gebaut werden müssen. Von der Ausstattung der Szenen dann ganz zu schweigen. „Wir haben beispielsweise einmal fünf identische Zeitmaschinen gebaut oder einen Fahrstuhl, mit dem die Besucher simuliert in den Keller einstürzen“, erzählt Kenstel.

Hinzu kommt: Keine Aufführung gleicht der anderen. Jedes Jahr denkt sich die Truppe ein neues Setting und eine neue Story aus. „Das ist unser Alleinstellungsmerkmal. Wir bieten den Besucherinnen und Besuchern eine interaktive Rahmengeschichte an, damit sie sich komplett einfühlen können. Wir sind nicht einfach ein Horror-Parcours oder eine Geisterbahn sondern ein Horror-Mitmach-Theater“, sagt Kenstel. Der Grusel- und Schockfaktor ist dementsprechend groß, die Show nichts für schwache Nerven. Mit dem Codewort „Kokosnuss“ können die Gruselfans ihre Erfahrung deswegen jederzeit abbrechen und sich rausführen lassen. „Wir haben in jedem Jahr einige Kokosnüsse“, lacht Kenstel. 

Dabei hat er, der als Schauspieler im Horror-Parcours Schrecken verbreitet, nach eigener Angabe sogar selbst ordentlich Respekt vor solchen Events. „Durch unsere Show ist das aber anders geworden. Ich sehe solche Sachen jetzt aus einem anderen, technischen Blickwinkel, gucke eher danach, was man besser oder anders machen kann“, sagt er. Bei „A Fright Night“ steht für ihn deswegen gar nicht das Thema Horror im Vordergrund. Kenstel: „Mich fasziniert es einfach, Leute zu verblüffen, sie aus ihrer Realität herauszuziehen und in eine andere Welt zu entführen“. Das liegt ihm wohl im Blut. Sein Vater war Dekorateur, sein Großvater Zauberer. „Ich selbst wollte früher Bühnenbildner werden“, erzählt er. Diese Leidenschaft kann er jetzt noch kreativer, weil ohne feste Vorgaben, mit seinem Hobby ausleben.

HINWEIS:
Der Verein „A Fright Night“ sucht noch weitere positiv verrückte Mitstreiter, die die große Horror-Familie erweitern. Auch einen trockenen Ort zum Bauen und Lagermöglichkeiten für das stetig mehr werdende Material des Vereins werden dringend in der Umgebung gesucht. Kontaktadressen findet ihr auf der Website afrightnight.de. Interessierte können zudem ab November wieder an jedem 1. Donnerstag im Monat um 19 Uhr beim offenen Clubabend im NKV Schützenheim, Scharrkoppelweg, in Osloß  vorbeischauen.

Alle weiteren Infos in der September-Ausgabe der WIR…

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