Diskussion über B188 im OT Ost

"Was hat die Politik daran gehindert, schon längst etwas gegen den Verkehrslärm in der Helmstedter Straße zu unternehmen?"

  • 22.06.2011
  • Ortsteil Ost

Diese Frage stellten sich die zahlreichen Besucher der Informations-Veranstaltung des IG Metall Wohnbezirks Wolfsburg Ortsteil Ost am Mittwoch, 18. Mai 2011 im Vorsfelder Haus der Vereine.

an dieser Stelle soll die Brücke den Kanal queren

auf der Trasse der geplanten B 188

Die Metallerinnen und Metaller hatten den Sprecher des Wolfsburger Naturschutzbundes (NABU) Michael Kühn eingeladen, um sich von fachkundiger Seite über den aktuellen Stand zu der seit vielen Jahren geplanten Ortsumgehung B188 berichten zu lassen.

Seit Jahrzehnten setzt sich die örtliche Politik für eine Verlegung der B188 ein: Die sogenannte "Steekgraben-Variante" würde den Verkehr um das Gewerbegebiet "Sudammsbreite" herumführen, über eine neue Brücke den Kanal überqueren lassen und dann durch den Drömling leiten, wo die Straße auf die jetzt schon überlastete Feuerwehrkreuzung mündet.

Übrigens wurde der Drömling beim neuen Flächennutzungsplan um den entsprechenden Streifen verkleinert. Nun wird immer locker behauptet die Trasse gehe gar nicht durch den Drömling. Aber auch in diesem Bereich geht es um den Erhalt der biologischen Vielfalt!

Weil der Drömling einen sehr nassen Untergrund hat, würde das Straßenbauwerk mit einer 2 Meter hohen Aufschüttung beginnen, um die nötige Stabilität für die Straße zu erlangen. Links und rechts würde dazu dann ein jeweils deichartiger Wall von 6 Metern Höhe (insgesamt also 8 Meter Höhe) aufgebaut, um den Lärm zu binden und die Straße vor der Tierwelt zu schützen. Die neue Brücke würde mit dem Straßenlärm den ganzen Bereich beschallen.
Die Kosten haben sich von ursprünglich zwei auf inzwischen geschätzte 12 bis 13 Millionen Euro hochentwickelt. Insider sprechen sogar von 20 Millionen.

Die Teilnehmer der Veranstaltung sahen sich anschließend vor Ort den Bereich an, um das Ausmaß der geplanten Schneise zu begutachten.

"Seit 30 Jahren versprechen sie schon eine Lärmreduzierung. Diese Verkehrslösung kann nur Kopfschütteln hervorrufen über die Phantasielosigkeit der Politik!", war eine der Reaktionen einer Besucherin.

Welchen Standpunkt vertreten die Umweltverbände?

Die in das Verfahren involvierten Umweltverbände NABU und BUND lehnen die Verlegung der B188 ab und setzen sich stattdessen für eine Verbesserung der vorhandenen Straßen ein. Sie sind für einen Erhalt der biologischen Vielfalt in diesem wertvollen Naturraum.

Durch die neue Straße würden zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten aus ihrem Lebensraum vertrieben, zumal sich die entstehende Gefahrenzone und die Verkleinerung des Naturraumes negativ auf den Bestand auswirken. Nicht nur Flora und Fauna, sondern auch der in der "Sudammsbreite" ansässige Landwirt müsste unter der "Steekgraben-Variante" leiden, da ihm der Zugang zu seinen Feldern und Wiesen durch die Straße mit ihren Dämmen verwehrt bliebe.

Eine optimale Auslastung der bereits vorhandenen Straßen könnte die Verlegung der B188 unnötig machen, da der Verkehr besser geleitet und verteilt wäre.

Die regionale Politik könnte, statt sich um neue Straßen, eher um Lärmminimierungen an der Helmstedter Straße kümmern. Maßnahmen hierzu wären beispielsweise eine Ampelsteuerung an der Brücken-Kreuzung und eine Vor-Verlegung des Ortsschildes um Geschwindigkeit und Verkehrslärm frühzeitig zu beeinflussen. Die Marie-Curie-Allee ist nur zu 30% ausgelastet.