Vor Tarifrunde: IG Metall Wolfsburg stellt Jobsicherung in den Mittelpunkt

  • 27.11.2020
  • Aktuelles, VW, Metall & Elektro

Jetzt ist die richtige Zeit, um Löhne zu erhöhen und Betriebe auf die Transformation und Digitalisierung vorzubereiten – davon ist die IG Metall Wolfsburg überzeugt. Dabei setzt die Gewerkschaft bei der anstehenden Tarifrunde allerdings nicht nur auf die klassische Entgelterhöhung, sondern auf ein neues Instrument: ein Volumen von bis zu vier Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

v.l.n.r.: Matthias Disterheft, Christian Matzedda und Flavio Benites.

„Das soll dazu eingesetzt werden, die Einkommen zu stärken und Beschäftigung zu sichern. Kriselnde Betriebe können es beispielsweise nutzen, um eine Vier-Tage-Woche bei teilweisem Lohnausgleich zu finanzieren“, erklärt Geschäftsführer und Kassierer Matthias Disterheft. Angesichts der Corona-bedingten Belastungen wie Kurzarbeit, Homeoffice und Arbeitsplatzabbau sei es ein „Gebot der Gerechtigkeit“, die Folgen der Krise nicht noch weiter auf den Schultern der Beschäftigten abzuladen, so Disterheft.

„Die Vier-Tage-Woche kann eine Antwort sein, um auf lange Sicht Beschäftigung zu sichern“, ergänzt Geschäftsführer Christian Matzedda. Denn die digitale und ökologische Transformation werde Jahre dauern, unabhängig von der wirtschaftlichen Lage der Betriebe. Auf Vereinbarungen ohne eindeutige Verpflichtung will sich die IG Metall Wolfsburg allerdings nicht einlassen.

Disterheft verweist darauf, dass man bei den Verhandlungen zu Beginn des Jahres angeboten habe, von Tabellenerhöhungen abzusehen, wenn die Arbeitgeber im Gegenzug an ihren Beschäftigten festhalten. „Wir haben verzichtet, die Arbeitgeber haben teilweise auf massiven Personalabbau gesetzt“, beklagte der Geschäftsführer. Für ihn ist nun klar: „Solche Deals funktionieren offensichtlich nicht.“ Deshalb gehe man mit einer klaren Forderung in die Verhandlungen, die „durchsetzbar und einklagbar“ ist.

Und Geschäftsführer Flavio Benites ergänzt: „Wir werden einen heißen Winter erleben – und das nicht nur wegen des Klimawandels!“ Die ersten Verhandlungen mit den Arbeitgebern soll es Mitte Dezember geben. Die Friedenspflicht endet am 1. März 2021, erst dann sind Warnstreiks möglich.