Tarifrunde VW und VW-Töchter

Volkswagen unter Zugzwang – ME-Tarifabschluss keine 1:1 Blaupause für Autobauer

  • 01.04.2021
  • Aktuelles, VW

Nachdem am zurückliegenden Dienstag der Pilotabschluss in der Metall- und Elektroindustrie zwischen dem IG Metall Bezirk Nordrhein-Westfalen und dem Arbeitgeberverband in Nordrhein-Westfalen bekannt gegeben worden ist, haben weitere Bezirke signalisiert in Übernahmeverhandlungen zu gehen. So auch in Niedersachsen, wo der IG Metall Bezirksleiter, Thorsten Gröger, nun auch den Volkswagen-Konzern in der Pflicht sieht, zeitnah ein vernünftiges, überarbeitetes Angebot zu präsentieren.

Die vierte Verhandlungsrunde ist am 23.03.2021 ergebnislos zu Ende gegangen, nachdem der niedersächsische Autobauer erstmalig ein Angebot vorlegt hatte, dass jedoch meilenweit von den Forderungen der IG Metall entfernt lag.  „Wir haben in aller Deutlichkeit gesagt, dass wir uns mit einer mickrigen Einmalzahlung sowie einer Tabellenerhöhung unter Inflationsniveau nicht abspeisen lassen. Die Situation in der Metall- und Elektroindustrie hat gezeigt, dass auch unter widrigen Bedingungen konstruktive und tragfähige Lösungen gefunden werden können!“, erklärt Gröger.

Die Warnstreiks der vergangenen Wochen bei Volkswagen und den VW-Töchtern, an denen sich mehr als 140.000 Beschäftigte (Stand: 31.03.2021, 19:00 Uhr) beteiligt haben, zeigen eindrucksvoll, so der Gewerkschafter, dass der Handlungsbedarf seitens des Konzerns groß ist. „Die Kolleginnen und Kollegen sind es leid mit Mini-Offerten abgewimmelt zu werden. Der Konzern hat trotz Pandemie Milliarden Gewinne erwirtschaftet und die Belegschaft möchte zurecht daran beteiligt werden. Schließlich sind sie es, die trotz schwieriger Umstände den Betrieb am Laufen gehalten haben!“.

Gleichzeitig, und darauf verweist Gröger in aller Deutlichkeit, kann das ME-Ergebnis „keine Schablone sei, die sich eins zu eins auch auf Volkswagen übertragen lässt! In der Fläche erleben wir eine größere Spannbreite der betrieblichen Situationen und auch unser Forderungspaket bei VW soll andere Herausforderungen angehen!“, fährt Gröger fort.

Man erwarte nun mit aller Ernsthaftigkeit am Wolfsburger Verhandlungstisch zu zukunftsfähigen Ergebnissen zu kommen. „Unsere Gremien bewerten nun das Ergebnis in der Fläche und werden daraus ihre Schlüsse ableiten. Klar ist: Wenn wir mit Volkswagen in den nächsten Gesprächen kein Ergebnis erzielen können, dann werden die Warnstreiks weitergehen und noch spürbarer werden!“, schildert der Bezirksleiter abschließend. Der nächste Verhandlungstermin ist für den 12. April 2021 datiert.