INTERVIEW

Streit mit EDAG

  • 05.03.2020
  • Aktuelles, EDAG

Ein Arbeitgeber, der einer IG Metall-Betriebsrätin kündigt, um die Betriebsratsarbeit der IG Metall zu behindern? So gerade geschehen beim Wolfsburger Standort des Entwicklungsdienstleisters EDAG. Vor Gericht hat die Betriebsrätin mit dem von uns gestellten Anwalt erst einmal gewonnen – aber die Geschichte ist noch nicht vorbei. Ricarda Bier, unsere Zweite Bevollmächtigte, und die betreuende Gewerkschaftssekretärin Silvia Schied über einen besonders gravierenden Fall von Union Busting.

Stehen in ständigem Austausch über die Lage bei EDAG: Ricarda Bier (links) und Silvia Schied. Foto: IG Metall

WIR: Der Entwicklungsdienstleister EDAG hat einer IG Metall-Betriebsrätin am Standort Wolfsburg gekündigt. Seit einigenMonaten laufen arbeitsrechtliche Verfahren. Was genau ist da los?

Ricarda: Der Fall ist in der Geschichte der IG Metall Wolfsburg einmalig. EDAG hat der Kollegin1 aufgrund von unhaltbaren Behauptungen gekündigt. Natürlich haben wir ihr einen versierten Anwalt an die Seite gestellt, damit sie dagegen juristisch vorgehen konnte. Betriebsrät*innen genießen einen besonderen Kündigungs-schutz. Deshalb hat sie das Verfahren vor dem Arbeitsgericht auch in erster Instanz, wie von uns erwartet, gewonnen.

WIR: Betriebsrät*innen kann nur mit Zustimmung des Betriebsrats gekündigt werden. Wie konnte es überhauptzu einer Kündigung kommen?

Silvia: Wir haben die Kündigung von Anfang an als einen Angriff auf die IG Metall und auf die Mitbestimmungsstrukturen unserer Kolleginnen und Kollegen am Standort Wolfsburg betrachtet. Bei EDAG gibt es einen Betriebsrat, der die Interessen des Arbeit-gebers unterstützt. Das ist natürlich kein IG Metall-Betriebsrat. Dieser arbeitgeberfreundliche Betriebsrat – mit Sitz in Fulda – hat der Kündigung zugestimmt, um dem Arbeitgeber zu helfen, unsere IG Metall-Betriebsräte herauszudrängen. Als IG Metall sind wir am Standort Wolfsburg erst seit einigen Jahren mit Betriebsrät*innen vertreten.

Das komplette Interview könnte ihr in der WIR Ausgabe 03/2020 auf den Seiten 4 und 5 lesen.