Tarifauseinandersetzung Gebäudereiniger

Sauberkeit hat ihren Preis: IG Metall ist solidarisch mit den Gebäudereinigern

  • 10.10.2019
  • Aktuelles

Betriebsräte und Vertrauensleute der IG Metall bei Volkswagen unterstützen den Kampf der Gebäudereiniger für bessere Arbeitsbedingungen. Nach einem erneuten Warnstreik der IG BAU haben sich die Metallerinnen und Metaller am Donnerstag bei einer gemeinsamen Aktion vor dem Gewerkschaftshaus in Wolfsburg solidarisch mit den Beschäftigten der Reinigungsfirmen gezeigt.

Nachdem der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks den Rahmentarifvertrag gekündigt hat, befindet sich die IG Bauen-Agrar-Umwelt in einer schweren Auseinandersetzung mit den Arbeitgebern. Etliche Reinigungsfirmen drängten ihre Beschäftigten nach der Kündigung des Rahmentarifs dazu, schlechtere Arbeitsverträge mit gestrichenen Zuschlägen und weniger Urlaubstagen zu unterschreiben. Auch in der sechsten Tarifverhandlungsrunde hatten die Arbeitgeber kein vernünftiges Angebot vorgelegt.

Auch im VW-Werk Wolfsburg legten Gebäudereiniger am Donnerstag die Arbeit nieder. Hierzu erklärt der Leiter des IG Metall-Vertrauenskörpers im VW-Werk Wolfsburg, Wolfgang Kuznik: „Wir Vertrauensleute der IG Metall stehen solidarisch zu den betroffenen Kolleginnen und Kollegen der Reinigungsfirmen. Ein Stundenlohn von 10,56 Euro ist eine Frechheit, die mich an die Zeit der Tagelöhner erinnert. Die Kolleginnen und Kollegen haben ein Recht darauf, dass sie von ihren Entgelten gut leben können und auch im Alter nicht in Armut fallen. Ich fordere den Vorstand von Volkswagen auf, bei der Auswahl der Reinigungsfirmen darauf zu achten, dass die Beschäftigten dort anständig behandelt und bezahlt werden. Denn auch das ist ein Teil von guter Unternehmenskultur.“

Die IG BAU will mit neuen Warnstreiks doch noch ein Weihnachtsgeld im Manteltarifvertrag verankern. Für die Beschäftigten stehen mit dem Verlust des Tarifvertrages viele Errungenschaften auf dem Spiel. Matthias Disterheft, Geschäftsführer der IG Metall Wolfsburg, betont: „Selbstverständlich haben sie einen Tarifvertrag verdient: Mit gerechten Eingruppierungen, der Unantastbarkeit von Urlaubstagen bei Wechsel des Arbeitgebers und der vollen Gleichstellung von Teilzeitkräften. Sauberkeit hat schließlich ihren Preis!“


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