Gemeinsam für eine Zukunft: IG Metall feiert Tag der Arbeit

Mai-Kundgebung mit Christiane Benner: „Arbeitgeber in Wolfsburg müssen jetzt Zukunftsgarantien geben!“

Die deutsche Wirtschaft schwächelt, insbesondere die Industrie steht massiv unter Druck. Beinahe täglich werden die Beschäftigten durch Nachrichten über Standort- und Personalabbaupläne oder Verlagerungen von Jobs in Billig-Lohn-Länder geschockt. Die strukturellen Probleme werden rücksichtslos auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen. Die Gewerkschaften kämpfen in den Betrieben um Arbeitsplätze und Zukunftsperspektiven und fordern die Politik und die neue Bundesregierung zu massiven Investitionen in den Wirtschaftsstandort Deutschland und zu schnellem Handeln auf. Am „Tag der Arbeit“ wird dieser Kampf erneut auf die Straße getragen.

Unter dem Motto „Mach Dich stark mit uns“, startet der Wolfsburger Demonstrationszug am 1. Mai um 10 Uhr am Gewerkschaftshaus in der Siegfried-Ehlers-Straße. Unter musikalischer Begleitung durch die “Zappen.Duster.Band” und die Samba Trommelgruppe “Simon Bolivar” geht es von dort aus durch die Innenstadt. Um kurz vor 11 Uhr beginnt die Kundgebung auf dem Rathausplatz.

Hauptrednerin ist in diesem Jahr keine geringere als die Erste Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner: „Am 1. Mai feiern wir unsere gewerkschaftlichen Werte: Solidarität, Zusammenhalt, Mitbestimmung und Demokratie. Nie waren diese Werte aktueller als heute, in einer Zeit geprägt von Populismus und Konflikten“, erläutert Benner, die alle einlädt, gemeinsam auf die Straße zu gehen, um sich für die gewerkschaftlichen Werte stark zu machen: „Wir wollen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zusammenhalt, in Europa wie auch in den Regionen dieses Landes. Dafür brauchen wir starke, solidarische Belegschaften, die mitreden, widerstandsfähige Unternehmen mit regionalen Wurzeln, eine Politik, die Demokratie und Anpacken lebt und eine Gewerkschaftsbewegung, die sich laut und entschieden einmischt. Für all das setzen wir uns ein.“

Neben Christiane Benner wird auch ein Vertreter der Jugend, Berke Bayrakdar, Bürgermeister Andreas Klaffehn sowie der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Wolfsburg, Flavio Benites, zu den Besucherinnen und Besuchern sprechen: „Wir Gewerkschaften sind und bleiben ein Machtfaktor, in den Betrieben und in der Politik“, sagt Benites. „Wir haben uns im Bundestagswahlkampf eingemischt und klar gemacht, was wichtig ist: Eine starke Wirtschaft, gute Arbeit und soziale Sicherheit. Lange haben wir eine Reform der Schuldenbremse gefordert. Dass im März doch noch ein großes Sondervermögen für Infrastruktur beschlossen wurde, ist auch ein Verdienst der Gewerkschaftsbewegung. Nun müssen wir dafür Sorge tragen, dass das Geld auch an den richtigen Stellen ankommt. Gewinner dürfen mit Entlastungen bei Strom und Steuer nicht Aktionäre und Firmenbosse sein, Gewinner müssen die Beschäftigten hier vor Ort mit Zukunftsgarantien sein“, so der Wolfsburger IG Metall-Chef. Als Erfolg gewerkschaftlichen Engagements im Koalitionsvertrag nennt Benites den geplanten Ausbau von Elektromobilität und Energieversorgung. Auch ein in Aussicht gestelltes Tariftreuegesetz und ein besserer digitaler Zugang für Gewerkschaften in Unternehmen werden als positiv bewertet. Gemessen würde die neue Regierung aber nicht an Plänen, sondern an Taten.  

„Zudem enthält der Koalitionsvertrag aber auch einige ziemlich dicke Kröten, die wir garantiert nicht einfach schlucken werden“, sagt DGB-Stadtverbandsvorsitzender, Matthias Disterheft. Für Verunsicherung bei den Beschäftigten sorge etwa der Plan, bei Arbeitslosen wieder mit Härte auf Hartz-IV-Regelungen zurückzufallen. Der Abschaffung des regulären 8-Stunden-Tages erteilte Disterheft eine deutliche Absage: „Wir haben als Gewerkschaften über Jahrzehnte gesündere Arbeitszeiten – gegen Arbeitshetze und für unsere Familien – durchgesetzt. Das lassen wir uns nicht nehmen. Was als neue Flexibilität verkauft wird, bedeutet im Klartext: Der 8-Stunden-Tag soll gekippt werden. Und das heißt im Zweifel: Arbeitszeiten bis zu 13 Stunden am Tag. Das ist gegen jede Vernunft. Das macht krank. Und das hilft auch der Wirtschaft nicht. Außerdem: Arbeitszeit ist und bleibt Tarifgeschäft. Unsere Tarifverträge bieten ein hohes Maß an Flexibilität für Beschäftigte und Betriebe. Also: Wer Flexibilität will, soll Tarifverträge abschließen. Wer einfach nur Arbeitszeiten verlängern will und dafür nach dem Staat ruft, wird auf unseren erbitterten Widerstand treffen. Wir sagen: Gute Arbeit statt Arbeit ohne Ende – dafür kämpfen wir jetzt umso mehr gegenüber der Politik und in den Unternehmen!“

Die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter sind sich einig: Starke Betriebsräte in den Betrieben sind Bollwerke gegen Ideenlosigkeit, Stellenabbau sowie Spaltung. Der Zusammenhalt der Metallerinnen und Metaller steht für Zukunft, Fortschritt und Gemeinschaft. Ein Gewerkschafts-Talk auf der Bühne mit Christiane Benner und Vertretern aus Betrieben unterschiedlicher Branchen verdeutlicht dies und verspricht einen konkreten Einblick in die Arbeitswelt sowie die aktuellen Herausforderungen unserer Zeit.

„Denn viel steht auf dem Spiel“, macht Christian Matzedda deutlich. Der Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Wolfsburg sieht den engagierten Einsatz der Beschäftigten in den Betrieben und Gewerkschaften gerade jetzt als unverzichtbar an: „Denn aktuell stehen viele Arbeitsplätze in unserer Region auf der Kippe. Volkswagen will weiterhin Arbeitsplätze sozialverträglich über Altersteilzeit und Freiwilligen-Programme abbauen – Arbeitsplätze, die dann für zukünftige Generationen verloren gehen. Und bei den Zulieferern werden Beschäftigte entlassen. Viele Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber machen sich offensichtlich gerade einen schlanken Fuß. Und unsere Kolleginnen und Kollegen sollen das Missmanagement in den Chef-Etagen ausbaden. Nicht mit uns. Wir sind nicht schuld an Flaute oder Krise. Und wir werden für jeden Arbeitsplatz kämpfen, auf der Straße und natürlich auch in der Politik“, ruft Matzedda zur Beteiligung am Tag der Arbeit auf. „Wir müssen weiter Druck machen. Die Arbeitgeberlobby darf sich im wirtschaftlichen Wandel nicht weiter ihrer Verantwortung entziehen.“

Neben dem Austausch politischer Argumente auf der Bühne erwartet die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Mai-Kundgebung ein buntes Rahmenprogramm mit Musik, Getränken, einer abwechslungsreichen Speisenauswahl, Kinderbetreuung und natürlich vielen interessanten Gesprächen:

Auf dem Rathausvorplatz rockt die Band „Pretty in Pink“ die Bühne. Die Cover-Band spielt bekannte Hits der wilden 50er bis zu den verrückten 70er Jahren. Mit frischem Sound und zuckersüßem Gesang laden die sieben Musikerinnen und Musikern die größten Songs von Elvis und Jerry Lee Lewis, Tina Turner, den Stones, Status Quo und auch AC/DC neu auf. „Von zart bis hart. Jeder Song ist ein echter Ohrwurm“, verspricht die Band, die das Lebensgefühl aus der Zeit von „Dirty Dancing“ und „Eis am Stiel“ zurückbringt.

Mit einem echten Eis in der Hand, Crêpes auf dem Teller oder einer Bratwurst zwischen den Fingern können die Besucherinnen und Besucher der Musik von „Pretty in Pink“ lauschen. Aber nicht nur Essens- und Getränkestände säumen den Rathausplatz: Die Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad sowie Vereine und Verbände aus der Arbeitswelt, wie die Arbeitsgemeinschaft für Arbeit (AfA), Arbeit und Leben und ready4work sind mit einem Stand am Start. Soziale Einrichtungen, wie der Familienservice Wolfsburg und die Lebenshilfe präsentieren ihr Angebot. Der DGB und die Gewerkschaften Ver.di sowie IG Metall sorgen mit ihren Arbeitskreisen für ein vielfältiges Programm. Darüber hinaus sind auch einige Kulturinitiativen, wie der Apulien e.V. und der Circolo Sardo Grazia Deledda e.V. mit von der Partie. Und auch die Angebote des islamischen, sudanesischen und kurdischen Vereins sowie die Vereinigung der Tunesier repräsentieren die Vielfältigkeit Wolfsburgs. Für die Kinder stehen eine Hüpfburg und Torwand zum Toben parat. Für alle technikinteressierten ist die Feuerwehr Reislingen vor Ort, die einen Einblick in die Arbeit der Jugendfeuerwehr geben kann.   
 

Ablauf

10:00 Uhr Start Demonstrationszug am Gewerkschaftshaus, Zugbegleitung durch “Zappen.Duster.Band” und die Samba Trommelgruppe “Simon Bolivar”

ca. 10:45 Uhr Begrüßung durch Matthias Disterheft (Vorsitzender DGB Stadtverband Wolfsburg), Eröffnungsrede durch Flavio Benites (Erster Bevollmächtigter der IG Metall Wolfsburg) und Grußworte durch Bürgermeister Andreas Klaffehn

ca. 11:00 Uhr Hauptrede durch Christiane Benner (1. Vorsitzende der IG Metall), anschließend Jugendrede durch Berke Bayrakdar (Mitglied der Jugendvertretung Volkswagen)

12:00 – 12:45 Uhr Coverband „Pretty in Pink“
13:00 – 13:30 Uhr Gewerkschafts-Talk mit Christiane Benner – Blick in die Betriebe
13:45 – 15:30 Uhr Coverband „Pretty in Pink“

 

Weitere Veranstaltungen in unserer Region:

  • 7:45 Uhr Treffen am IG Metall-Büro Gifhorn, Isenbütteler Weg 40a: Radtour nach Wolfsburg
  • 10 Uhr Kundgebung in Helmstedt, Marktplatz, Rednerin: Frederike Steiner
  • 15.30 Uhr Kundgebung in Darrigsdorf, Grill- u. Sportplatz, Redner: Gunter Wachholz

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