IG Metall Wolfsburg
26.06.2026 | Der französische Großkonzern plant internen Dokumenten zufolge einen groß angelegten Stellenabbau in Deutschland. Auch der Standort in Warmenau in Wolfsburg soll davon betroffen sein.
Von rund 300 Arbeitsplätzen könnten am Ende nur noch knapp 70 überbleiben. Die IG Metall organisiert jetzt Widerstand gegen die Kahlschlagpläne.
Was ist passiert?
Schon seit einiger Zeit verhandelt Capgemini mit dem Gesamtbetriebsrat wegen einer Konsolidierung des Geschäfts. Nun sind der aktuelle Verhandlungsstand und die Abbaupläne des Unternehmens an die Öffentlichkeit gelangt. Am Dienstag berichtete die Wolfsburger Allgemeine Zeitung von einem geplanten massiven Stellenabbau in Warmenau und an weiteren deutschen Standorten. So sollen allein in Warmenau rund ein Drittel der Arbeitsplätze abgebaut werden. Dabei berief sich die Zeitung auf als vertraulich deklarierte Dokumente (Präsentations-Folien), die der Redaktion von einer nicht genannten Quelle zugespielt wurden.
Was ist an den Bericht dran?
Auf Nachfrage einer weiteren Wolfsburger Lokalzeitung (Wolfsburger Nachrichten) äußerte sich das Unternehmen nicht zu dem Bericht, dementierte ihn aber auch nicht. Auch auf der Betriebsversammlung einen Tag später, am Mittwoch, 24. Juni, blieb das Unternehmen Antworten zu den möglichen Abbauplänen schuldig, obwohl sie vom Betriebsrat in Warmenau ausdrücklich dazu aufgefordert wurde, Stellung zu beziehen. Um möglichen rechtlichen Konsequenzen aufgrund der Weitergabe von Informationen aus internen Dokumenten aus dem Weg zu gehen, kommentierte der Betriebsrat die expliziten Zahlen ebenfalls nicht. Die IG Metall hält die kolportierten Zahlen aufgrund des fehlenden Dementis allerdings für real und zutreffend.
Wie geht es nun weiter?
Deswegen beginnt die Gewerkschaft nun mit der Mobilisierung. Bereits auf der Betriebsversammlung wurde dem Unternehmen eine Kampfansage gemacht und Widerstand angekündigt. Bei einer kurzfristig einberufenen Mitgliederversammlung wurde am Donnerstag, 25. Juni, das weitere Vorgehen abgesprochen. Die Ziele der Arbeitnehmervertretung sind klar. Der Erhalt der Arbeitsplätze hat absoluten Vorrang. Dafür soll das Unternehmen in eine Diversifikation und die Erschließung neuer Geschäftsfelder investieren. Aber auch der Account des bisher größten Kunden, Volkswagen, muss qualitativ abgesichert und ausgebaut werden. Aus IG Metall Sicht ist das mit einer Rumpfbelegschaft von rund 70 Beschäftigten nicht abzudecken. Wenn es zum Ernstfall Arbeitsplatzabbau kommt, wird sich die Gewerkschaft für bestmögliche Konditionen einsetzen. Die Höhe der Abfindungen muss das unternehmerische Versagen von Capgemini abbilden. Die Belegschaft trifft schließlich keine Schuld an der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens. Weiterhin wird sich die IG Metall für das Einrichten einer Transfergesellschaft und die Vermittlung von Arbeit in Arbeit einsetzen.
Was braucht es dafür?
Um diese Forderungen durchzusetzen, scheut die IG Metall auch nicht vor einem intensiven Arbeitskampf zurück. Die Gewerkschaft wird in jedem Fall um jeden Arbeitsplatz in Warmenau und für die Interessen der Belegschaft kämpfen. Klar ist aber auch: Je höher der Organisationsgrad, desto höher die Durchsetzungsmacht der Gewerkschaft. Also: Werdet Mitglied und helft beim gemeinsamen Kampf für die Zukunft des Standortes Warmenau.
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