14.01.2026 | Mit einer energiegeladenen Auftaktveranstaltung am Abend des 13. Januar hat die IG Metall Wolfsburg die heiße Wahlkampfphase der diesjährigen Betriebsratswahlen eingeläutet. Rund dreihundert Metallerinnen und Metaller verfolgten live im Hallenbad, wie Vertreter der IG Metall Wolfsburg und zahlreiche Betriebsräte die Wahlkampfkampagne präsentierten und die Bedeutung einer starken, gewerkschaftlich verankerten Mitbestimmung gerade in Zeiten von Umbruch und Krise unterstrichen. Zusätzlich wurde der Wahlkampfauftakt live im Internet übertragen.
Schon das Anfangsbild machte eindrücklich deutlich, worum es bei der kommenden Wahl angesichts der aktuellen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen geht: Eine aussichtsreiche Zukunft für den Industriestandort Wolfsburg und damit die Menschen der gesamten Region. Denn den Buzzer für den Startschuss der Wahlkampfphase betätigten mit Evîn, Leano und Nilan drei ganz junge Mitglieder der IG Metall-Familie. Die drei Kids posierten bereits für eines der Plakatmotive der neuen Kampagne.
Diese läuft in diesem Jahr unter dem Titel „#NurMitDerIGMetall“. Mit aufmerksamkeitsstarken und teils emotionalen Motiven mit rotem Farbverlauf setzt die IG Metall Wolfsburg dabei auf eine klare Kernbotschaft: Nur ein starker IG Metall Betriebsrat ist dazu in der Lage, den aktuellen Herausforderungen gerecht zu werden.
Und diese sind groß: Tausende Industriearbeitsplätze wurden im Jahr 2025 in Deutschland monatlich abgebaut oder ins Ausland verlagert. Viele Arbeitgeber begegnen dem Wandel und der Krise mit Ideenlosigkeit und kurzsichtigen Sparprogrammen auf Kosten der Belegschaften, statt auf Innovationen zu setzen und ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Zugleich verstärken sich die Angriffe auf Arbeitnehmerrechte und gewerkschaftliche Errungenschaften wie etwa den Acht-Stunden-Tag.
Was es in dieser Zeit braucht, sind starke Gewerkschaften und Betriebsräte. Das machte auch die live zugeschaltete Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner, in ihren Grußworten an die Wolfsburger Kolleginnen und Kollegen deutlich. Benner sagte: „Starke Betriebsräte und starke Mitbestimmung bedeuten starke Belegschaften. Nur so können wir die riesigen Herausforderungen angehen, vor denen wir als Industriestandort stehen. Die letzten Jahre zeigen deutlich: Hätten Betriebsräte und Beschäftigte nicht so hart gekämpft, hätten die Arbeitgeber schon viel mehr Betrieben das Licht ausgeknipst. Und es gäbe keine Ideen für die Zukunft.
Wer Demokratie im Betrieb erlebt, weiß Demokratie in der Gesellschaft zu erhalten. Diesen Stützpfeiler wollen wir weiter stärken – durch gute Ergebnisse für das Team IG Metall bei den Betriebsratswahlen.“
Dass die IG Metall die besten Argumente auf ihrer Seite hat, verdeutlichte die VW-Betriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo. „Was unsere Belegschaften wollen und brauchen, ist Gewissheit. Die Gewissheit, dass sie im Betriebsrat jemanden an ihrer Seite haben, der das Schiff sicher durch den Sturm bringt. Und das sind wir! Das ist die IG Metall. Denn: Nur wir sind durchsetzungsstark. Nur wir in der IG Metall haben das nötige gewerkschaftliche Netzwerk hinter uns. Wir wissen, was wir machen. Seit Jahrzehnten. Wir sind die Einzigen in unserer Branche, die echte, flächendeckende Tariffähigkeit an den Tag legen! Und vor allem, liebe Metallerinnen und Metaller: Nur wir halten das alleinige Patent auf Solidarität. Wir lassen uns nicht auseinanderdividieren! Auch nicht in unruhigen Zeiten“, sagte Cavallo.
Diesen betriebsübergreifenden Zusammenhalt demonstrierte eine aufschlussreiche Talkrunde mit den Betriebsratsvorsitzenden Wissam Harb (Brose Sitech), Silke Augustin (Schnellecke Logistics), Claudia Richter (CARIAD) und Benjamin Stern (VW Group Services). Sie berichteten über die Ausgangslage in ihren Betrieben und die wichtigsten Themen für ihre Belegschaften. Dabei wurde klar: Über allem schwebt aktuell das Bedürfnis nach Sicherheit und Perspektive. „Als Betriebsräte müssen wir weiter dafür sorgen, dass das Wort Transformation nicht als Ausrede und Vorwand für Abbaupläne missbraucht wird und das unternehmerische Risiko ausschließlich auf die Beschäftigten abgewälzt wird“, fand Wissam Harb klare Worte. „Zu oft werden Entscheidungen ohne Rücksicht auf Menschen über ihre Köpfe hinweg getroffen. Das können wir nur mit einer starken Mitbestimmung verhindern“, ergänzte Silke Augustin.
Das Schlusswort war dem Ersten Bevollmächtigten der IG Metall Wolfsburg, Flavio Benites, vorbehalten. Er machte die Metallerinnen und Metaller nochmals heiß auf den Wahlkampf und schlug eine Brücke zu den Kindern, die die Veranstaltung eröffnet hatten. „Uns allen ist bewusst, dass es schon bessere und leichtere Zeiten gab, Betriebsrat, Vertrauensperson oder engagierter Gewerkschafter zu sein. Aber wir alle sind bereit zu kämpfen und Verantwortung zu übernehmen, weil wir wissen, was auf dem Spiel steht: Unsere Errungenschaften und Erfolge der Vergangenheit genauso wie eine Perspektive für unseren Industriestandort, unsere Region, unsere Kolleginnen und Kollegen und ihre Kinder. Ohne Kampf werden wir die Zukunft nicht erfolgreich gestalten können. Dafür brauchen wir Euch alle!“