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Die Solidarität ist grenzenlos!

25.09.2026 | Der Aktionstag der IG Metall am 21. September hat weit über Deutschland hinaus ein starkes Zeichen gesetzt. Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter aus Europa, Nord- und Südamerika haben ihre Solidarität mit den Beschäftigten der deutschen Automobilindustrie bekundet. Die Botschaft ist eindeutig: Wenn Standorte und Arbeitsplätze unter Druck geraten, stehen wir über Ländergrenzen hinweg zusammen.

Die Herausforderungen, vor denen die Automobilindustrie steht, machen nicht an Landesgrenzen halt. Umso wichtiger ist es, dass auch die Antwort der Beschäftigten und ihrer Gewerkschaften international ist. Rund um den Aktionstag erreichten die IG Metall und die IG Metall Wolfsburg zahlreiche Solidaritätsbotschaften internationaler Schwestergewerkschaften und langjähriger Weggefährten. Mitglieder von IndustriAll Europe ebenso wie Vertreter nordamerikanischer Gewerkschaften stellten sich an die Seite der Beschäftigten in Deutschland. Auch aus Kanada kam eine unmissverständliche Botschaft: Die Gewerkschaft Unifor, die rund 320.000 Mitglieder vertritt, erklärte ihre Unterstützung für den Aktionstag und betonte, dass Automobilbeschäftigte weltweit vor denselben grundlegenden Aufgaben stehen: gute tariflich und gewerkschaftlich abgesicherte Arbeitsplätze zu verteidigen, lokale Produktion zu erhalten und die Unternehmen stärker in die Verantwortung für ihre Standorte zu nehmen. Ihr Versprechen an die deutschen Kolleginnen und Kollegen: „Euer Kampf ist unser Kampf.“

Auch Shawn Fain, Präsident der UAW, und Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter aus den USA unterstrichen ihre Verbundenheit. Gerade für uns in Wolfsburg hat diese internationale Solidarität eine besondere Bedeutung. Über viele Jahre sind enge Beziehungen zu Kolleginnen und Kollegen an anderen Automobilstandorten auf der ganzen Welt entstanden. Entsprechend groß war die Unterstützung, die uns ganz konkret erreichte: von unseren Freundinnen und Freunden der FIOM Bologna, der UAW Local 42, der ABC Metall aus Brasilien, den Kolleginnen und Kollegen von Škoda und KOVO in Tschechien sowie von Moderné Odbory aus der Slowakei, deren Vertreter zum Aktionstag sogar persönlich nach Wolfsburg gekommen waren.

Besonders deutlich wird der gemeinsame Anspruch in der Solidaritätsadresse unserer langjährigen Freunde von FIOM Bologna und FIOM Emilia-Romagna. Sie beschreiben, dass die Automobilindustrie in Italien und Deutschland gleichermaßen unter massivem Veränderungsdruck steht. Fehlende Investitionen, Defizite bei Technologie und Innovation sowie internationale Handelskonflikte bedrohen industrielle Wertschöpfung und Beschäftigung. Die Kosten dieser Entwicklungen dürfen aus ihrer Sicht nicht auf diejenigen abgewälzt werden, die auf ihre Arbeit angewiesen sind. Deshalb unterstützen sie ausdrücklich den Einsatz der IG Metall für Investitionen, eine aktive Industriepolitik sowie gute und sichere Arbeitsplätze. Internationale Solidarität und Zusammenarbeit sind für die italienischen Kolleginnen und Kollegen dabei ein entscheidendes Instrument, um die Interessen der Beschäftigten durchzusetzen.

Ähnlich solidarisch meldeten sich unsere Kolleginnen und Kollegen aus Tschechien. Trotz einer aktuell schwierigen Situation in der eigenen Produktion erklärten die Gewerkschaftsorganisationen an den Škoda-Standorten Mladá Boleslav, Kvasiny und Vrchlabí ihre Unterstützung für die deutschen Beschäftigten und den Aktionstag. Gerade diese Botschaft zeigt, was internationale gewerkschaftliche Solidarität bedeutet: Auch wenn an den eigenen Standorten große Herausforderungen bewältigt werden müssen, bleibt der Blick für die Kolleginnen und Kollegen über die Grenze hinweg bestehen.

Für die IG Metall Wolfsburg ist diese breite Unterstützung Rückenwind und Verpflichtung zugleich. Die Zukunft der Automobilindustrie wird nicht entschieden, indem Standorte, Belegschaften und Länder gegeneinander ausgespielt werden. Sie braucht Investitionen, industrielle Perspektiven und sichere, gute Arbeit. Und sie braucht starke Gewerkschaften, die miteinander statt gegeneinander handeln.

Wolfsburg, Bologna, Mladá Boleslav, Bratislava, Detroit, Kanada oder Brasilien: Unsere Standorte mögen Tausende Kilometer voneinander entfernt sein. Unsere Interessen als Beschäftigte sind es nicht.

Unsere Antwort darauf lautet deshalb: Die Solidarität ist grenzenlos!
 

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