Aus den Wohnbezirken: Aktionen gegen Asse II und Schacht Konrad

"Die Region darf nicht als radioaktive Sperrmülldeponie missbraucht werden"

  • 04.05.2010
  • Aktuelles, Braunschweig, Wolfsburg

Die Ereignisse im Salzbergwerk Asse II haben viele Menschen in der Region wachgerüttelt: So darf mit Atommüll nicht umgegangen werden – weder in der Asse, noch in Morsleben, Gorleben oder Schacht Konrad. Auch mehrere IG Metall-Wohnbezirke beschäftigen sich mit der atomaren Problematik.

Der Pendlerort Braunschweig hat sich beispielsweise Ende Februar an der Lichterkette beteiligt, der 52 km langen Menschenschlange von Braunschweig über Asse bis nach Schacht Konrad. "Wir sind schließlich direkt von der Problematik betroffen", sagt der Leiter des IG Metall-Pendlerortes Matthias Diesterheft. Denn in den Pendlerort kämen auch Kolleginnen und Kollegen aus dem Raum Salzgitter und Wolfenbüttel, ergänzt er. Daher haben sich die Gewerkschafter sehr intensiv über die aktuelle Situation in den Atommüll-Lagern in der Region informiert. Dazu hatten sie den Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad, Peter Dickel, eingeladen. Die ehemalige Erzschachtanlage in der Nähe von Salzgitter wird seit Mitte der 80er Jahre quasi als radioaktive Sperrmülldeponie genutzt.

Einen anderen Weg der Information ist der IG Metall-Wohnbezirk Wolfsburg gegangen: Gemeinsam mit der Bürgerinitiative Morsleben haben die Kolleginnen und Kollegen zu einem Theater- und Informationsabend ins Gewerkschaftshaus eingeladen. Das "Theater für Zeitgeschichte" (siehe WIR April 2010) zeigte das atomkritische Stück "Restrisiko" von John Murdoch. Danach diskutierten die Besucher mit Andreas Fox von der BI Morsleben. In Morsleben, 25 km Aller-aufwärts von Wolfsburg, lagern ca. 36.000 Kubikmeter Atommüll. Nach 16 Jahren Vorbereitungszeit hat das Bundesamt für Strahlenschutz jetzt den Stilllegungsplan vorgelegt. Dagegen protestiert die Bürgerinitiative. Sie bezweifelt, dass man ein marodes Altbergwerk mit Technik und Beton in ein sicheres Endlager verwandeln kann.