Volkswagen Wolfsburg

Countdown für Wiederanlauf startet mit Botschaften an VW-Kraftwerk

  • 24.04.2020
  • Aktuelles, Bildergalerie, Video, VW

Projektionen an der Fassade des Wahrzeichens haben am Freitagabend begonnen +++ Beschäftigte schicken motivierende Grüße aus Peking, Changchun, Shanghai und Tianjin +++ Auch das VW-Logo trägt jetzt Mund-Nasen-Schutz – und macht ein Virus unschädlich +++ Am Sonntag kommt an der Kraftwerksfassade auch noch die VW-Currywurst ins Spiel.

Foto: VW Betriebsrat / Kevin Nobs

Foto: VW Betriebsrat / Matthias Leitzke

Nach fünf Wochen Zwangspause wegen der Corona-Krise hat in Europas größter Autofabrik der Countdown für den Wiederanlauf begonnen. Am späten Freitag war am VW-Kraftwerk in Wolfsburg am ersten von drei Abenden eine Fassadenprojektion zu sehen. Die Aktion von Betriebsrat und IG Metall zeigt Botschaften zur nahenden Fortsetzung der Fahrzeugproduktion. Das Stammwerk des Autobauers geht am Montag wieder ans Netz. Beim Wiederanlauf gelten strenge Auflagen für den bestmöglichen Gesundheitsschutz, um das Risiko einer Ansteckung mit dem Corona-Virus überall zu minimieren.

Volkswagens Konzernbetriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh sagte: „Ab Montag kehrt die deutsche Automobilindustrie wieder zurück. Wir bei Volkswagen haben die fünf Wochen lange Produktionsruhe intensiv genutzt, um den Wiederanlauf vorzubereiten. Mit rund 100 Maßnahmen schützen wir die Kolleginnen und Kollegen bestmöglich beim Arbeiten in Corona-Zeiten. Dabei setzt unsere Gesamtbetriebsvereinbarung einen Industriestandard – das Interesse an der Regelung reicht bis nach Japan. Unsere Aktion am Kraftwerk ist ein Zeichen für alle Beschäftigten, nicht nur für die, die nun nach und nach aus Kurzarbeit zurückkehren. Wir zeigen: Jetzt legen wir wieder los, alle wieder gemeinsam.“

Für die Botschaften am Kraftwerk sorgt ein Hochleistungsprojektor, der eine Fassadenfläche von 160 Quadratmetern erstrahlen lässt. Zu sehen sind in einer etwa fünf Minuten langen Schleife rund 30 Motive. Sie reichen von Sätzen wie „Werk anfahren, Corona ausbremsen“ über mehrsprachige Corona-Hashtags bis hin zum VW-Logo, das Mund-Nasen-Schutz trägt. Am Kraftwerk erscheinen auch vier Kolleginnen und Kollegen aus chinesischen Standorten. Sie arbeiten in Peking, Changchun, Shanghai und Tianjin. Ihre motivierenden Botschaften sind auf Chinesisch und in Übersetzung zu sehen. Auf dem weltgrößten Automarkt China sind die Volkswagen-Werke schon wieder am Netz. Weitere Botschaften richten sich an Stadt und Region und die vielen Helferinnen und Helfer, die nicht nur jetzt in der Corona-Krise systemrelevante Arbeit leisten, die oft vergleichsweise schlecht bezahlt ist.

Ricarda Bier, Bevollmächtige der IG Metall in Wolfsburg, sagte: „Uns ist es besonders wichtig, dass diese Aktion einmal mehr beweist: Volkswagen endet nicht am Werkszaun. Die Corona-Pandemie zeigt uns ganz klar auf, dass unsere Gesellschaft genau dann am leistungsfähigsten ist, wenn sich alle solidarisch zeigen und Egoismus keinen Platz mehr hat.“

Teil der Projektion ist auch eine Sequenz, die wie ein Daumenkino abläuft. Darin taucht zunächst ein Corona-Virus auf, gefolgt vom Volkswagen-Logo, das das Virus nach und nach zerdrückt. Am Ende der Sequenz signalisiert das siegreiche VW-Logo schließlich „Alles super, Daumen hoch“.

Die Projektion läuft auch am Samstag ab 21.00 Uhr bis in die frühen Morgenstunden. Sonntagnacht startet zur selben Zeit die dritte und letzte Endlosschleife. Dann läuft auch ein ganzer Satz über die Fassade. In ihm wird die legendäre Volkswagen-Currywurst das letzte Wort haben.

Die Botschaften an der Fassade des Wahrzeichens sind eine gemeinsam entwickelte Aktion vom Betriebsrat und der Gewerkschaft IG Metall. Organisatorische Unterstützung gab es dabei vom Team aus dem Kraftwerk. Der Start der Projektion am Freitag wurde von einer Fotodrohne dokumentiert.

Hintergrund zur Projektionsfläche:

Das Heizkraftwerk Nord/Süd, so der offizielle Name, ist für Volkswagen und Wolfsburg gleich mehrfach von herausragender Bedeutung. Seine imposanten Schlote bilden mit 125 Metern Höhe über dem Boden die höchsten Punkte des Werkes. Das gesamte Gebäude mit seinen zwei Blöcken und vier gemauerten Schornsteinen gilt als das Wahrzeichen der Stadt und steht unter Denkmalschutz. Bereits im kommenden Jahr 2021 wird es von Steinkohle komplett auf Erdgasbetrieb umgestellt, was den CO2-Ausstoß enorm senkt. Das Kraftwerk liefert nicht nur den überwiegenden Anteil der Stromversorgung für die VW-Standorte Wolfsburg, Emden, Hannover, Kassel, Braunschweig und Salzgitter, sondern stellt auch die Wärmeversorgung des Stammwerkes sowie die der Stadt Wolfsburg sicher.

(Pressemitteilung des Volkswagen-Betriebsrats Wolfsburg vom 24.04.2020)