IG Metall Wolfsburg
08.07.2026 | Warmenau – Der französische Großkonzern Capgemini plant den großen Kahlschlag in Deutschland. Allein am Standort Wolfsburg-Warmenau sollen mehr als 200 der rund 380 verbliebenen Stellen abgebaut, weitere Standorte der der Engineering-Sparte sollen ebenfalls schrumpfen, drei sogar ganz geschlossen werden. Die IG Metall Wolfsburg und der Betriebsrat in Warmenau organisieren jetzt Widerstand.
Die IG Metall Wolfsburg kritisiert die bekannt gewordenen Pläne des Engineering-Dienstleisters Capgemini Engineering zum massiven Stellenabbau in Deutschland scharf. Besonders betroffen ist der Standort Wolfsburg-Warmenau, an dem nach den vorliegenden Informationen rund 232 Arbeitsplätze abgebaut werden sollen. Darüber hinaus sollen die Standorte Frankfurt, Nürnberg und Gaimersheim vollständig geschlossen werden. In München sind 202 Arbeitsplätze vom Abbau bedroht, in Stuttgart weitere 90. Insgesamt handelt es sich damit um einen tiefgreifenden Einschnitt für die Beschäftigten mehrerer Standorte in Deutschland.
Bereits seit einiger Zeit verhandelt der Gesamtbetriebsrat mit dem Unternehmen über die Zukunft der deutschen Standorte. Nachdem Medien zuletzt über die Abbaupläne berichtet hatten, verweigerte das Unternehmen gegenüber den Beschäftigten weiterhin eine klare Stellungnahme. Weder auf einer Betriebsversammlung noch auf einer Informationsveranstaltung wurden die konkreten Pläne erläutert. Der Betriebsrat in Warmenau und die IG Metall Wolfsburg entschieden sich deshalb dazu, die Belegschaft über den aktuellen Stand zu informieren.
Murat Türkel, Betriebsratsvorsitzender in Warmenau und Mitglied des Gesamtbetriebsrates, erklärt: „Die Zahlen, die in den Medienberichten kursieren, entsprechen weitestgehend leider der Wahrheit. Bei uns in Warmenau sollen, wenn es nach dem Willen des Unternehmens geht, unter 20% der Arbeitsplätze übrigbleiben. Mit dieser Anzahl an Mitarbeitern ist das Geschäft bei Volkswagen nur noch schwer zu bedienen.“
Neben dem Kahlschlag in Wolfsburg sollen laut Medienberichten die Standorte Frankfurt, Nürnberg und Gaimersheim komplett geschlossen werden. In München sollen über 200 Arbeitsplätze abgebaut werden, in Stuttgart weitere 90. Auf Nachfrage der WAZ bestätigt der Betriebsrat aus Warmenau: „Dem Gesamtbetriebsrat liegen ähnliche Zahlen, wie die, die in den Medien kursieren, für den bundesweiten Arbeitsplatzabbau schon seit über sechs Wochen vor, es sind sogar mehr Standorte betroffen als in der Medienberichterstattung erwähnt wurden.“ Die Kolleginnen und Kollegen werden also schon lange im Dunkeln gelassen, dies ist Sicht der IG Metall absolut verantwortungslos. Die Belegschaft ist verunsichert und hat Ehrlichkeit verdient.
Für die IG Metall Wolfsburg ist klar, dass diese Pläne nicht widerspruchslos hingenommen werden. Gemeinsam mit dem Betriebsrat wird bereits Widerstand organisiert. Ziel ist es, die Verhandlungen über die Zukunft des Standorts nach Wolfsburg-Warmenau zu holen und alle Möglichkeiten zum Erhalt von Arbeitsplätzen auszuschöpfen.
Sebastian Schien, Politischer Sekretär der IG Metall Wolfsburg, betont: „Wenn wir das Mandat der Belegschaft erhalten, werden wir bessere Bedingungen durchsetzen – insbesondere höhere Abfindungen.“
Die IG Metall Wolfsburg verfolgt dabei ein klares Ziel: möglichst viele Arbeitsplätze zu sichern. Für Beschäftigte, die ihren Arbeitsplatz dennoch verlieren, sollen hohe Abfindungen sowie eine gut ausgestattete Transfergesellschaft durchgesetzt werden. Gleichzeitig fordert die Gewerkschaft verbindliche Vereinbarungen zur Standort- und Beschäftigungssicherung für die Kolleginnen und Kollegen, die im Unternehmen verbleiben.
Die IG Metall Wolfsburg wird die Beschäftigten in den kommenden Tagen umfassend informieren und gemeinsam mit den Betriebsräten die weiteren Schritte beraten. Klar ist bereits heute: Die Beschäftigten dürfen die Folgen der aktuellen Unternehmensstrategie nicht allein tragen.
© 2026 - IG Metall Wolfsburg - Siegfried-Ehlers-Straße 2 - 38440 Wolfsburg