IG Metall Wolfsburg
17.04.2026 | Dort wo einst die Baracken des KZ-Außenlagers Laagberg standen und wo bald eine Lern- und Gedenkstätte entstehen soll, fand am Donnerstag eine berührende Gedenkveranstaltung für die Opfer des Todesmarsches vom 7. April 1945 statt.
Damals wurden 756 Häftlinge des ehemaligen Lagers von den Nationalsozialisten in das rund 150 Kilometer entfernte Wöbbelin getrieben, viele von ihnen starben total entkräftet. Unter den Ehrengästen, welche die Stadt Wolfsburg und der Freundeskreis „Gedenk- und Lernort KZ-Außenlager Laagberg“ geladen hatte, fanden sich der Botschafter der Italienischen Republik Fabrizio Bucci, der frühere Präsident der Amicale Internationale KZ Neuengamme Jean-Michel Gaussot, der stellvertretende Botschafter der Republik Polen, Jakub Jan Wawrzyniak sowie Julien Acquatella von der Botschaft der Französischen Republik.
Auch zahlreiche Metallerinnen und Metaller nahmen an der Veranstaltung teil und legten Kränze nieder. Darunter der Zweite Bevollmächtigte Christian Matzedda sowie Volkswagens Betriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo, die auch als Rednerin auftrat. Sie ging auf den geplanten Bau der Lern- und Gedenkstätte ein. „Viele Menschen kommen seit vielen Jahren hierher, um der Opfer des Nazi-Terrors zu gedenken. Unter Ihnen sind auch Nachfahren dieser Opfer. Einige von Ihnen sind heute hier. Ich begrüße sie sehr herzlich bei uns. Seit ebenso vielen Jahren finden Sie einen Anblick vor, der dieses Gedenkens unwürdig ist. Ich nehme da kein Blatt vor den Mund: Das steht uns als Stadt Wolfsburg und als Volkswagen nicht gut zu Gesicht“, fand Cavallo kritische Worte.
Mit dem nun endlich bevorstehenden Bau könne aus dem „Ort des Unrechts“ zumindest ein Stück weit ein „Ort der Hoffnung“ werden. Denn zum tief in der gewerkschaftlichen DNA verankerten Bekenntnis „Nie wieder“ gehöre neben dem Gedenken auch das Sensibilisieren der jüngeren Generationen. Die geplante Lern- und Gedenkstätte können genau das leisten. Cavallo: „Hier sollen Schulklassen herkommen und ein viel eindrücklicheres Erleben von der Geschichte unserer Stadt haben, als es die Theorie im Klassenraum bieten kann. Wer einmal im Leben eine Gedenkstätte der Verbrechen des Nationalsozialismus besucht hat, vergisst das niemals wieder. Man geht danach anders mit der Geschichte um. Und wenn sie nach einem Besuch allesamt sagen: ‚Nie wieder!‘ Dann hat sich meine Hoffnung erfüllt.“
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