ehemaliger Betriebsratsvorsitzender

Ali Naghi verabschiedet sich von Belegschaft der Volkswagen Group Services GmbH

  • 31.05.2018
  • Aktuelles, Volkswagen Group Services GmbH

Auf der ersten Abteilungsversammlung der neuen Wahlperiode in der Volkswagen Group Services GmbH in Wolfsburg verabschiedete sich der ehemalige Betriebsratsvorsitzende Ali Naghi von seinen Kolleginnen und Kollegen in den passiven Teil der Altersteilzeit.

Ali Naghi war acht Jahre Betriebsratsvorsitzender der Volkswagen Group Services GmbH (ehemals AutoVision GmbH). Im Rahmen der heutigen (31.05.2018) Abteilungsversammlung, wurde er gemeinsam durch seinen Nachfolger Benjamin Stern, dessen Stellvertreter Sascha Stark sowie durch die Geschäftsführer Sebastian Krapoth, Jürgen Klöpffer und Hartmut Rickel in den passiven Teil der Altersteilzeit verabschiedet. Von links: Jürgen Klöpffer (Geschäftsführer), Sebastian Krapoth (Sprecher der Geschäftsführung), Ali Naghi, Benjamin Stern (Betriebsratsvorsitzender), Hartmut Rickel (Geschäftsführer), Sascha Stark (stellvertretender Betriebsratsvorsitzender). Fotograf: Roland Hermstein.

Ali Naghi. Fotograf: Matthias Leitzke.

Benjamin Stern, Vorsitzender des Betriebsrats der Volkswagen Group Services GmbH: "Wir alle sind Ali Naghi sehr dankbar, dass er mit seiner Erfahrung und seinem Knowhow im Bereich Mitbestimmung dafür gesorgt, dass das Betriebsratsgremium der Volkswagen Group Services heute so gut aufgestellt ist. Davon werden wir bei der Bewältigung der vor uns liegenden Herausforderungen profitieren. Das gesamte Gremium wünscht Ali für seinen wohlverdienten Ruhestand alles Gute."

Sebastian Krapoth, Sprecher der Geschäftsführung der Volkswagen Group Services GmbH, auch im Namen seiner Geschäftsführer Kollegen Hartmut Rickel und Jürgen Klöpffer: "Wir wünschen Ali Naghi seitens der Geschäftsführung alles Gute für diesen neuen Lebensabschnitt - und danken ihm gleichzeitig für seine geleistete Betriebsratsarbeit für unsere Mitarbeiter und unser Unternehmen. Ali Naghi hat die zahlreichen prägenden Meilensteine unserer Unternehmensentwicklung, sei es die Ausgliederung der Zeitarbeits-Sparte oder auch die Unternehmensumbenennung, stets aktiv und mit hohem Engagement für die Belegschaft geprägt."

Vier Fragen an Ali Naghi:

"Ich kann beruhigt in den Ruhestand gehen"

Ali Naghi verabschiedet sich nach zehn Jahren bei der Volkswagen Group Services GmbH (ehemals AutoVision GmbH) in den passiven Teil der Altersteilzeit. Acht Jahre hat sich der gebürtige Iraner als Betriebsratsvorsitzender für die Interessen aller Kolleginnen und Kollegen eingesetzt. Nun ist es Zeit in eine neue Lebensphase zu wechseln. Die AutoVision und Volkswagen Group Services weiß er dabei in guten Händen.

Die AutoVision GmbH hat sich im Laufe der Jahre zur Volkswagen Group Services auf der einen und AutoVision - Der Personaldienstleister auf der anderen Seite entwickelt. Wie hat der Betriebsrat diese Entwicklung begleitet?

Ali Naghi: Als ich hier angefangen habe, steckte die Welt gerade mitten in einer großen Wirtschaftskrise. Zurückblickend bin ich mir sicher, dass wir gemeinsam mit der Mannschaft diese Zeit nicht nur überstanden, sondern zugleich als Chance genutzt haben, um vieles zum Positiven zu verändern. Wir haben uns als Betriebsrat bewusst dafür entschieden nicht nur Überstunden genehmigen zu wollen. Wir haben eine Rolle übernommen, bei der wir an der Gestaltung des Unternehmens mitwirken. Darauf haben wir viel Wert gelegt, denn so haben wir die häufigen Veränderungen in der Geschäftsleitung kompensieren können. Unser Wille war es immer als stabiler Faktor in beiden Unternehmen dafür zu sorgen, dass weitestgehend Kontinuität herrscht, zumindest was die strategische Ausrichtungen und Ziele beider Unternehmen angeht. Ich bin überzeugt, dass dies auch zukünftig ein wichtiger Bestandteil der Betriebsratsarbeit in beiden Gremien bleiben wird.

Um dabei erfolgreich zu sein, braucht man sicher viel Unterstützung...

Das stimmt. Wir haben in beiden Unternehmen eine wirklich tolle Belegschaft, die dem Betriebsrat den Rücken stärkt. Das zeigt uns, dass der Betriebsrat mit seiner Arbeit auf dem richtigen Weg ist. Immerhin wurden beide Gremien bei der Betriebsratswahl im April 'wieder'gewählt. Zudem arbeiten wir eng mit den Konzernbetriebsräten von Volkswagen und unseren Gewerkschaftskolleginnen und Kollegen der IG Metall zusammen. Das ist eine sehr gute Basis, um erfolgreiche Arbeit leisten zu können.

Wo siehst Du die größten Herausforderungen für die Zukunft der beiden Unternehmen?

Wir leben in einer sich sehr schnell verändernden Welt. Allein wenn man sich die Entwicklung vom Telefon zum Smartphone anschaut, erkennt man wie rasend schnell sich alles neu erfindet. Dazu gehören auch unsere Arbeitsplätze. Darum sehe ich als eine der wichtigsten Herausforderungen für beide Betriebsratsgremien gemeinsam mit den Geschäftsführungen die unterschiedlichen Arbeitsplätze auf Zukunftsfestigkeit zu überprüfen und ggf. Maßnahmen wie Weiterqualifikationen für die Kolleginnen und Kollegen einzuleiten. Das ist unbedingt notwendig, um den Wandel in der Arbeitswelt vorausschauend anzugehen und damit langfristig unsere Arbeitsplätze und die dahinter stehenden Familien zu sichern.

Du selbst bist in den 80er Jahren als Flüchtling aus dem Iran nach Deutschland gekommen. Wie erlebst Du die heutige Debatte rund um geflüchtete Menschen und ihre Integration in Deutschland?

Das stimmt. Ich bin selbst vor Krieg und Terror aus meinem Geburtsland geflüchtet – immer mit dem Gedanken zurückzukehren, sobald wieder Frieden herrscht. Doch Deutschland ist mit der Zeit für mich ein Zuhause geworden. Natürlich berührt es mich, so viel Negatives über geflüchtete Menschen in den Nachrichten zu lesen. Sicherlich machen Menschen negative Erfahrungen mit dieser Situation. Aber ich bin überzeugt, dass es auch viele positive Erfahrungen gibt, die derzeit von durchaus nachvollziehbaren Ängsten und Unsicherheiten überschattet werden. Als ich nach Deutschland kam, hatte ich die Möglichkeit Maschinenbau zu studieren und mir ein Leben auf zu bauen. Darüber bin ich sehr dankbar. Heute bin ich froh, dass ich mit meiner Arbeit als Betriebsratsvorsitzender, sowohl bei der AutoVision als auch zuvor bei Otis vielen Menschen und Familien hier helfen und damit etwas zurückgeben konnte.


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