IG Metall Wolfsburg
08.12.2025 | Vor 70 Jahren, am 20. Dezember 1955, wurde das Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und Italien geschlossen – ein Meilenstein für Zusammenarbeit und Migration.
70 Jahre Anwerbeabkommen: Das sind auch 70 Jahre deutsch-italienische Freundschaft und 70 Jahre Geschichte der IG Metall. Denn: Von Lorenzo Annese, dem ersten ausländischen Betriebsrat Deutschlands, bis zu Daniela Cavallo, aktuelle Betriebsratsvorsitzende Volkswagens, sind die Geschichten der italienischen Mitbürgerinnen und Mitbürger und die der Wolfsburger IG Metall untrennbar miteinander verwoben. Am 6. Dezember lud die Geschäftsstelle deswegen zur Jubiläumsfeier des Abkommens in das Gewerkschaftshaus ein.
Schon ein Blick auf die Gästeliste zeigt die enorme gesellschaftliche Bedeutung des Anlasses. So hatte die IG Metall die Ehre, den italienischen Botschafter Fabrizio Bucci sowie die Leiterin der italienischen Konsularagentur, Nadia Montagnino, im Wolfsburger Gewerkschaftshaus begrüßen zu dürfen. Auch Arne Meiswinkel, Personalvorstand der Marke Volkswagen Pkw, und Oberbürgermeister Dennis Weilmann gehörten zu den Rednern. Für die Mitbestimmung bei Volkswagen sprach Gerardo Scarpino, Generalsekretär des Volkswagen Konzernbetriebsrats. Unter den Gästen fanden sich zudem viele weitere politische Akteure und natürlich zahlreiche italienische Mitbürgerinnen und Mitbürger unterschiedlichster Generationen – vom Gastarbeiter der ersten Stunde wie unter anderen eben Lorenzo Annese bis zur mittlerweile vierten Generation.
Die Familie verlassen und ohne Sprachkenntnisse, ganz allein an ein so gut wie unbekanntes Ziel, um sich dort oftmals ein neues Leben aufzubauen – diesen Mut der Gastarbeiter und ihre Leistung für die deutsch-italienische Verständigung, den Erfolg Volkswagens, der Mitbestimmung und der Stadt Wolfsburg wurde von allen Rednern gebührend und mit emotionalen Worten hervorgehoben. Volkswagen und Wolfsburg wären nicht so erfolgreich und lebenswert ohne den Beitrag der italienischen Gastarbeiter und ihrer Nachfahren, machten Arne Meiswinkel und Dennis Weilmann deutlich. Und auch Betriebsrat und IG Metall seien maßgeblich von den italienischen Kolleginnen und Kollegen mitgeprägt worden, betonten Gerardo Scarpino und Flavio Benites, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Wolfsburg. „Für uns ist es deswegen nicht nur eine Ehre, sondern eine Freude und Selbstverständlichkeit, diese Feier auszurichten - hier im Gewerkschaftshaus, das immer auch das Haus der Italiener in Wolfsburg bleiben wird“, sagte Benites.
Mit einem Impulsvortrag von Anita Placenti, Leiterin des Wolfsburger Instituts für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation (IZS), wurde die Geschichte der italienischen Gastarbeiter und ihrer Nachfahren nachgezeichnet. Währenddessen wurde rund um die Veranstaltung die italienische Kultur gefeiert: Der Vespa Club Passione präsentierte verschiedene Modelle des Kult-Rollers, italienische Kulturvereine sorgten für süße Dolci und Espressi und bei Antipasti spielte die Gruppe Tremozioni italienische Popsongs.
© 2026 - IG Metall Wolfsburg - Siegfried-Ehlers-Straße 2 - 38440 Wolfsburg

















































