Rückblick

Fahrt zur Gedenkstätte Bergen-Belsen

  • 17.04.2018
  • Worker Wheels

Am 14.04.2018 war es wieder so weit, die Worker Wheels Wolfsburg starteten zu ihrer ersten Saisontour. Sechs mutige Biker trotzten dem Wetter und ließen sich nicht abschrecken. Es sollte schließlich zur Gedenkstätte Bergen-Belsen gehen und wir freuten uns schon auf die gebuchte Führung. Start war in Wolfsburg um 10 Uhr an unserem Treffpunkt, dem Parkplatz des MobileLifeCampus in Wolfsburg.

Der Weg zum Ziel war nicht alltäglich, so schien es doch recht ungewöhnlich, als wir anfangs an Wagenhoff vorbei und durch Wesendorf fuhren. Weiter ging es über Groß Oesingen, Steinhorst, Eldingen, Endeholz, Scharnhorst, Eschede, Oldendorf, Beckedorf, Huxal, Diesten, Sülze und Offen, von wo aus wir dann Bergen-Belsen und schließlich gegen 12 Uhr die Gedenkstätte erreichten. Kaum jemand wäre, so glaube ich zumindest, auf die Idee gekommen solch eine Strecke zu wählen, aber ich kann nur sagen, es war wirklich sehr kurzweilig und ist sehr der Nachahmung empfohlen.

In der Gedenkstätte angekommen, wärmten wir uns erst einmal im Museumscafé auf und stärkten uns mit Kaffee und leckeren Speisen. Dort hatten wir auch eine Begegnung mit einem überlebenden Zeitzeugen, welche mich persönlich stark berührte. Der ältere Herr war mit seiner Gemahlin angereist und wir trafen uns an der Speisentheke. Spontan entwickelte sich ein Gespräch und ich war sofort von dem Charme und dem Humor der beiden fasziniert. Dieses Gespräch hatte etwas magische…

Um 13 Uhr wurden wir von unserem Besucher-Führer abgeholt. Unsere erste Station war ein Seminarraum, wo wir auf sehr unterhaltsame Weise viele Informationen über die Geschichte der Gedenkstätte erfuhren. Angefangen von der Entstehung aus Baracken, die bis 1939 als Unterkünfte für Arbeiter dienten, der Nutzung als Truppenübungsplatz, als Gefangenenlager, bis hin zur Entwicklung des KZ Bergen-Belsen, welches auch noch in verschiedene Bereiche unterteilt war und letztendlich die Nutzung nach der Befreiung als Displaced Person Camp für die Überlebenden. Auch einen bei einer Ausgrabung gefundenen Schuh durften wir ansehen und sogar anfassen.

An diesem war auch gut zu erkennen, wie man aus den Schuhen brauchbare Lederflecke aus den Sohlen entfernte.Nach dem Vortrag ging es dann in die Ausstellung. Wir hatten dort  eine Stunde Zeit, um uns selbst mit dem ungeheuer umfangreichen Angebot von Bild-, Ton- und schriftlichen Material, sowie ausgestellten Exponaten und Videosequenzen zu befassen. Wir mussten erkennen, es wird nicht bei diesem einen Besuch bleiben, denn um sich einen umfassenden Überblick zu verschaffen, braucht man deutlich mehr Zeit.Ca 15.30 Uhr versammelten wir uns dann, um die Führung im Außenbereich fortzusetzen. Dort erfuhren wir wissenswertes über den Gedenkstein, welcher an die Opfer des Konzentrationslagers erinnert und

über den jüdischen Brauch, darauf Steine zu drapieren, den Obelisken, die Inschriftenwand, das polnische Holzkreuz, den Appellplatz und natürlich auch über den Gedenkstein von Anne Frank. Sicher habe ich hier nicht alles aufgezählt, ich möchte auch gar nicht weiter in die Tiefe gehen, denn ich kann nur jedem empfehlen, wer es noch nicht gesehen und erlebt hat sollte dies tun, es lohnt sich wirklich.

Die Zeit verstrich wie im Flug, um ca. 16.40 Uhr waren wir dann am Ende unseres Tages in Bergen-Belsen angelangt. Wir verabschiedeten uns von Marcin, der uns einen interessanten Tag geboten hat.

Sogleich machten wir uns auf den Heimweg. Diesen wählten wir über die „klassische“ Strecke, also über die B3 nach Celle, von dort auf die 214, um dann über die 188 nach Wolfsburg zu gelangen. Sogar die Sonne lachte über uns und ein wirklich toller Tag bekam so seinen verdienten Abschluss. Aber was soll ich dazu auch sagen, wenn Engel reisen…


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