BR-Wahlen 2026: #NurMitDerIGMetall

IG Metall stärkt ihre Position beim Autohaus Hotz und Heitmann in Wolfsburg sowie bei Kühl in Gifhorn und Hildesheim

12.03.2026 | Die Beschäftigten der Autohausgruppen Hotz und Heitmann in Wolfsburg sowie bei Kühl in Gifhorn und Hildesheim haben einen neuen, gemeinsamen Betriebsrat gewählt. Alle 17 Mandate konnte die IG Metall auf sich vereinen. 9 Mandate entfielen dabei auf Betriebsratsmitglieder des Autohauses Hotz und Heitmann. 8 Mandate gingen an Betriebsratsmitglieder des Autohauses Kühl. Die IG Metall Wolfsburg konnte damit ihre starke Position in beiden Betrieben für weitere vier Jahre ausbauen.

Autohäuser: Auszählung der Stimmen durch den Wahlvorstand

Die amtierende Betriebsratsspitze zeigte sich unmittelbar nach Bekanntgabe des Ergebnisses sehr zufrieden: „Das Ergebnis macht deutlich, dass der Betriebsrat und die IG Metall in den vergangenen vier Jahren eine hervorragende Arbeit geleistet haben. Jetzt heißt es: Weiterhin die Ärmel hochkrempeln und die kommenden Aufgaben entschlossen angehen“, so Helge Fahr, Stephan Klages, Wiebke Filipiak und Marco Fioravanti einhellig. 

Wirtschaftliche Lage und regionale Einflüsse

Die deutsche Industrie steckt weiterhin in einer wirtschaftlich angespannten Lage. Auch die Autohäuser in unserer Region spüren die Folgen der aktuellen Krise. Dennoch zeigen sich der amtierende Betriebsratsvorsitzende, Helge Fahr und sein Stellvertreter Stephan Klages im Gespräch zuversichtlich: „Wir machen zwar keine Freudensprünge, aber die wirtschaftliche Lage ist dennoch in Ordnung“, betont Fahr.

Besonders die Nähe zu Volkswagen beeinflusst die Situation der Autohäuser stark. „Wir befinden uns schließlich mitten im Speckgürtel von Volkswagen. Wenn dort der Gürtel enger geschnallt wird, betrifft das die ganze Region – und damit auch die Kaufkraft unserer Kunden“, erklärt Klages. Vor allem im Premiumsegment sei eine deutliche Kaufzurückhaltung zu spüren.

E-Mobilität: Herausforderungen und Chancen

„Elektromobilität, autonomes Fahren und vernetzte Mobilität führen darüber hinaus zu Veränderungen in unserer Arbeitswelt. Des Weiteren versuchen digitale Verkaufsplattformen, wie mobile.de oder Auto-Scout die Kunden für sich zu gewinnen. Und sogar die Hersteller selbst drängen mit eigenen Plattformen für den Verkauf auf den Markt und werden somit zum Direktanbieter. All das führt zu großen Herausforderungen. Die Folgen halten sich aber aktuell in Grenzen“, so Fahr. Softwareprobleme in modernen Fahrzeugen führten aktuell zu einer stabilen Auftragslage in den Werkstätten. „Daran sieht man: Die Arbeit verändert sich.“ 
Klages ergänzt: „Um den Anforderungen und Veränderungen in der Arbeitswelt gerecht werden zu können, muss unsere betriebliche Weiterbildung gestärkt werden. Das Qualifikationsniveau, die Motivation und die Kreativität der Mitarbeiter sind aus unserer Sicht entscheidende Faktoren für Kundenbindung, Wachstum, Qualität und Innovation im Kfz-Gewerbe.“ 

Erfolge der vergangenen Betriebsratsarbeit

Zu den zentralen Erfolgen der vergangenen Jahre zählen laut Fahr vor allem der Haustarifvertrag und gute Tarifabschlüsse. Jüngst konnte ein erneutes Entgeltplus erreicht werden. Weiterhin wurde ein zusätzlicher Sonderurlaubstag für IG Metall-Mitglieder durchgesetzt und attraktive Tarifbausteine wie Fahrradleasing oder die Umwandlung von Urlaubsgeld in freie Tage etabliert. „Diese Regelungen sind in Zeiten des Fachkräftemangels wichtige Faktoren, um das Autohaus als Arbeitgeber attraktiv zu halten“, so Fahr weiter.

Klages hebt zudem hervor, dass entgegen dem Branchentrend kaum Personal abgebaut wurde: Ein Stellenabbau sei laut Geschäftsführung nicht geplant – „wir behalten das aber weiterhin genau im Blick.“

Ausblick auf die kommende Wahlperiode

Die Betriebsratsspitze setzt klare Prioritäten für die nächsten vier Jahre. „Die Sicherung der Arbeitsplätze und eine gute Tarifpolitik stehen für uns an erster Stelle“, erklärt Klages. Ziel sei es, Tarifabschlüsse zu erreichen, die der Inflation entgegenwirken und die Kaufkraft stärken. 

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Ausbildung. Mit jährlich 70 bis 80 Auszubildenden zählt das Autohaus zu den größten Ausbildungsbetrieben der Region. „Diese Plätze wollen wir unbedingt erhalten“, sagt Fahr. Zudem soll die Entfristung von Arbeitsverträgen beschleunigt werden, um jungen Fachkräften mehr Sicherheit zu geben.

Warum starke Mitbestimmung wichtig bleibt

„Eine starke, gewerkschaftlich verankerte Mitbestimmung sorgt dafür, dass die Interessen der Kolleginnen und Kollegen gehört werden und einseitige Entscheidungen des Unternehmens verhindert werden“, betont Klages.

Fahr macht deutlich, welchen Unterschied eine gelebte Mitbestimmung ausmacht: „In Betrieben ohne Betriebsrat sind die Arbeitszeiten oft höher und Entgelte deutlich niedriger. Denn Betriebsräte bestimmen mit, wenn es um die Eingruppierung geht. Arbeitszeiten und Pausen werden mit uns geregelt. Bei Kündigungen und Versetzungen stehen wir den Beschäftigten bei und kämpfen für sie. Wir versuchen die Zukunft und Neuausrichtung beider Autohäuser stets im Blick zu haben und sorgen dafür, dass unsere Kolleginnen und Kollegen mitgenommen und weitergebildet werden, um gut aufgestellt zu sein.“

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