Gabriel: Ehre der Arbeitnehmer muss verteidigt werden / Volkswagen muss schnell aufklären

  • 08.10.2015
  • Aktuelles, VW

Wolfsburg - Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel war am Donnerstag (8. Oktober) beim Europäischen und Weltkonzernbetriebsrat von Volkswagen im CongressPark in Wolfsburg zu Gast.

Sigmar Gabriel. Fotograf: Jörg Luensmann

Am Ende der Abgasaffäre dürfe es nicht dazu kommen, "dass die Beschäftigten, die Arbeitnehmer, den Preis zahlen sollen, dafür dass es massives und strafbares Verhalten der Manager gegeben hat". Es gehe auch darum, die Ehre der Arbeitnehmer zu verteidigen. "Ich kann nur dazu raten, sehr schnell zu sein mit dem Aufklärungsprozess", sagte Gabriel.

"Ich teile die Auffassung der Arbeitnehmervertreter, der Betriebsräte und der IG Metall, dass es ein offensives Vorgehen des Konzerns geben muss. Nicht erst auf Nachfrage", sagte Gabriel "Klar ist, dass das Unternehmen aufklären muss. Je offensiver es das tut, desto besser wird es werden. Je defensiver, desto schwieriger." Er habe den Eindruck, dass der Aufsichtsrat und der neue Vorstand dies auch bereits wüssten.

Gabriel warnte außerdem. "Es wird in Deutschland aber auch darum gehen, dass wir aufpassen, dass wir nicht übers Ziel hinausschießen." Es dürfe nicht darum gehen, eine Debatte über die gesamte Automobilindustrie oder über den Diesel zu führen.

"Es hängen über 70 000 Arbeitsplätze an der modernen Dieseltechnologie", sagte Gabriel. "Ich kann nur dazu raten, jetzt nicht eine allgemeine Debatte über die Autoindustrie in Deutschland zu führen." Beim aktuellen Skandal gehe es "um ein spezielles Produkt, ein strafwürdiges Verhalten von einem Unternehmen. Das ist schlimm genug, aber man muss aufpassen, nicht die ganze Industrie in Deutschland oder gar Europa zu schädigen."

Bei der mehrtägigen Sitzung des Europäischen und Weltkonzernbetriebsrates von Volkswagen sind derzeit etwa 75 Betriebsräte aus 24 Nationen in Wolfsburg. Die Beiträge der Sitzung werden in 13 Sprachen übersetzt. Gestern kamen die Betriebsräte auch mit den Personalleitern der weltweiten Standorte zusammen. (lue)


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