Beschlusslage der IG Metall zur Vertrauensleute-Arbeit

Zum Selbstverständnis

Beschluss des 20. ordentlichen Gewerkschaftstages der IG Metall
Oktober 2003 in Hannover (Auszug)


(...) Um den wachsenden Anforderungen Rechnung tragen zu können, wird der Ausbau einer beteiligungsorientierten Betriebspolitik immer notwendiger. Dabei kommt der Zusammenarbeit zwischen Beschäftigten, Vertrauensleuten, Betriebsräten und Jugend- und Auszubildendenvertretungen (JAV´s) ein hoher Stellenwert zu. Gewerkschaftliche Betriebspolitik kann nur gewinnen, wenn Vertrauensleute, Betriebsräte und JAV´s in der Lage sind durch Aufgabenteilung ihre Arbeit effizienter zu gestalten, sowie die Interessen der Beschäftigten nach Beteiligung und Mitentscheidung aufzugreifen und in die Gestaltung betrieblicher Entscheidungen mit einzubeziehen.

Vertrauensleutearbeit gilt als Eckpfeiler der gewerkschaftlichen Betriebspolitik. Für die lebendige Kommunikation zwischen den Beschäftigten, den Mitgliedern und der Organisation, sowie eine beteiligungsorientierte Gewerkschaftspolitik sind Vertrauensleute (mit und ohne betriebsverfassungsrechtlichem Mandat) unverzichtbar. Diese Funktion der Vertrauensleute muss wieder stärker in den Mittelpunkt gewerkschaftlicher Politik gerückt werden. (...)

Eine der Voraussetzungen ist die Verstärkung der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit für Vertrauensleute und Betriebsräte. Die Qualifikation der Vertrauensleute und Werbung jüngerer Mitglieder für die Vertrauensleutearbeit ist zentrale Aufgabe der gewerkschaftlichen Betriebspolitik. Vertrauensleute brauchen ebenso wie die Betriebsräte Qualifikationen und Kompetenzen, um die gestiegenen Anforderungen einer beteilungsorientierten Gewerkschaftspolitik "vor Ort" umsetzen zu können. Insbesondere in Großbetrieben sind hierzu neue Formen der Arbeitsteilung zwischen Vertrauensleuten und Betriebsräten zu nutzen und Vertrauensleute stärker an der Arbeit der Betriebsräte zu beteiligen. Dafür sind vor allem die mit dem neuen Betriebsverfassungsgesetz durchgesetzten Beteiligungsrechte offensiv zu nutzen. In Klein- und Mittelbetrieben sind insbesondere die IG Metall-Betriebsräte gefordert, als gewerkschaftliche Vertrauensleute zu wirken.

Vertrauensleute und Betriebsräte brauchen wieder mehr tarifpolitische Kompetenz. Sie haben eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung und Durchsetzung von Tarifverträgen und bei der Umsetzung der ERA. Sie brauchen aber auch mehr gewerkschafts- und gesellschaftspolitische Kompetenz. Diese ist unverzichtbar bei der Ansprache der Beschäftigten, bei der Mitgliederwerbung und bei der Durchsetzung gewerkschaftlicher Forderungen im Betrieb. (...)

Zum Download:
Vertrauensleute-Richtline des Vorstandes (pdf, 69 KB)


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