InterSoli - Wer wir sind

InterSoli-Arbeit - heute so wichtig wie vor 25 Jahren

Gewerkschaftsrechte sind Menschenrechte. Gewerkschaften haben sich deshalb immer auch als Menschenrechtsorgansiationen verstanden. Die IG Metall setzt sich weltweit für Unterdrückte ein - heute genauso wie vor 25 Jahren. Das Ziel lautet: Freiheit und Gleichheit, ein Leben und Arbeiten in Selbststimmung und Würde - ohne Unterdrückung, Bedrohung und Not.

In vielen Teilen der Welt sind Ausbeutung und Unterdrückung der Menschenrechte nach wie vor an der Tagesordnung. Der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) hat in weit über 100 Ländern Verletzungen von Arbeitnehmerrechten registriert. 223 Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter sind in den letzen Jahren ermordet worden oder spurlos verschwunden. Tausende wurden zusammengeschlagen, verhaftet, mißhandelt, gefoltert - nur weil sie Gewerkschaftsarbeit geleistet haben. Sie hatten die Zahlung ausstehender Löhne gefordert, bessere Arbeitsbedingungen verlangt, um Gespräche und Verhandlungen gebeten, sich für soziale Fürsorge, Bildung und ein gerechtes Einkommen eingesetzt. Wegen dieser "Verbrechen" wurden sie getötet oder eingesperrt.

"Den meisten Menschen in Deutschland sind die schwierigen Bedingungen, unter denen Gewerkschafter in anderen Ländern arbeiten, kaum vorstellbar", meint der Vorsitzende der IG Metall Klaus Zwickel. "Die heutigen Arbeitnehmer haben die Zeit des Nationalsozialismus nicht mehr erlebt und erinnern sich kaum an die Diktaturen in Spanien, Portugal oder Griechenland." Betroffenheit könne - so Zwickel - daher nur durch ständige Information geschaffen werden.

Globalisierung und Arbeitnehmerrechte

Gewerkschaftsarbeit darf an nationalen Grenzen nicht haltmachen. Zum einen, weil internationale Solidarität Prinzip der Gewerkschaftsbewegung ist, zum anderen, weil aufgrund der immer engeren Verpflechtung der Weltwirtschaft die eigenen Arbeitsplätze entscheidend von der internationalen Entwicklung abhängen.

Der Konkurrenzkampf auf dem Weltmarkt ermutigt die Unternehmer, Arbeitnehmerrechte zu beschneiden, wo immer sie können. 200 Millionen Kinder arbeiten weltweit als billige Arbeitskräfte, Millionen Menschen werden als Zwangsarbeiter ausgebeutet, Gewerkschaftsrechte vielfach mit Füßen getreten. Etwa ein Fünftel der Weltbevölkerung lebt in extremer Armut, 800 bis 900 Millionen Menschen sind weltweit ohne Arbeit.

Der "Wettbewerbsvorteil" durch rücksichtslose Ausbeutung wird in den Industriestaaten dazu mißbraucht, soziale und gewerkschaftliche Errungenschaften in Frage zu stellen. Deshalb müssen Betriebsräte und Gewerkschaften gerade in weltweit operierenden Unternehmen dafür sorgen, dass an allen Standorten eines Konzerns die Menschen- und Arbeitnehmerrechte geschützt und gefördert werden.

InterSoli-Arbeit in Wolfsburg

Internationale Gewerkschaftsarbeit hat innerhalb der IG Metall Wolfsburg eine lange Tradition. In vielen Bereichen konnten die Wolfsburger sogar eine Vorreiter-Rolle übernehmen. Die Geschichte der 25-jährigen InterSoli-Arbeit, wäre ohne die besondere Rolle von Volkswagen nicht denkbar. Diese besondere Rolle basiert einerseits auf dem hohen gewerkschaftlichen Organisationsgrad der Beschäftigten bei Volkswagen, der dem Betriebsrat eine starke Vertretungsmacht sichert. Und andererseits auf die erweiterten Mitbestimmungsmöglichkeiten, die das VW-Gesetz der Arbeitnehmervertretung eröffnet. "Zwischen Unternehmen und Interessenvertretung entspannt sich eine Tradition der Konfliktlösung, die später als kooperative Konfliktbewältigung bezeichnet werden sollte und die für die industriellen Beziehungen Volkswagens bis heute prägend ist", stellt Walter Hiller fest. Der langjährige Vorsitzende des Gesamt- und Konzernbetriebsrates hat die internationale Arbeit in den Anfangsjahren entscheidend mitgeprägt.

Die InterSoli-Arbeit ist in den vergangenen 25 Jahren zu einem festen Bestandteil der Gewerkschaftsarbeit der IG Metall Wolfsburg geworden. Als einzige Verwaltungsstelle bekam sie vom IG Metall-Vorstand die Genehmigung, selbstständig international tätig zu werden - ansonsten ausschließliches Recht der Gewerkschaftszentrale in Frankfurt. Aber aufgrund der Nähe zum Konzernsitz und den damit verbundenen besseren Kontakten zu den Kollegen der ausländischen VW-Standorte gestattete der damalige IG Metall-Chef Eugen Loderer Wolfsburg eine Sonderrolle.

InterSoli mehr als ein Arbeitskreis

1982 wurde der Arbeitskreis InterSoli gegründet. Seit mehr als 25 Jahren bemühen sich Wolfsburger Gewerkschafter um Kontakte zu ihren Kolleginnen und Kollegen in den ausländischen VW-Werken.

Seit mehreren Jahren pflegt die IG Metall Wolfsburg eine enge Kooperation mit den Gewerkschaften der spanischen Region Catalonien. Im Rahmen dieser Partnerschaft nimmt insbesondere der Jugendaustausch eine wichtige Funktion ein. Die IG Metall-Jugend trifft sich regelmäßig mit jungen Gewerkschaftern u.a. in Polen und Spanien.

Die Spenden-Aktion der VW-Beschäftigten "Eine Stunde für die Zukunft" hat mittlerweile einigen hundert Straßenkindern weltweit eine Chance zum Überleben gegeben.

Die Reihe der Aktivitäten ließe sich beliebig weiterführen.


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