"Internationale Solidarität" - Südafrika

Intensiver Kontakt zu Gewerkschaftern in Südafrika

Schon in den 70er Jahren haben der VW-Gesamtbetriebsrat und die IG Metall Kontakte zu den südafrikanischen Kollegen aufgenommen.

John Gomomo, südafrikanischer Gewerkschafter und heute Präsident des Dachverbades COSATU, besuchte 1978 zum ersten Mal VW-Werke in der Bundesrepublik, viele weitere Besuche folgten. Der damalige Betriebsratsvorsitzende von VW Wolfsburg, Siegfried Ehlers, versicherte seine volle Solidarität im Kampf für die Wahrung der Menschenrechte und für die Gleichbehandlung aller Arbeitnehmer bei VW in Südafrika.

Morddrohung gegen John Gomomo - Betriebsrat geht an die Öffentlichkeit

1989 erfolgte durch die rechtsradikale weiße Terrororganisation "Weiße Wölfe" eine Morddrohung gegen John Gomomo. Die "Weißen Wölfe" hatten bereits zahlreiche Menschen in Südafrika ermordet. Walter Hiller, der damalige Betriebsratsvorsitzende von VW Wolfsburg, forderte das VW-Management auf, alles zu tun, um das Leben der Gewerkschafter zu schützen. Der Gesamtbetriebsrat betrieb eine intensive Öffentlichkeitsarbeit und informierte bundesweit die Bevölkerung.

Studienreisen nach Südafrika

Es fanden verschiedene Studienreisen nach Südafrika statt. Während dieser Reisen wurden die deutschen Besucher unmittelbar mit den Auswirkungen der Apartheid konfrontiert. Bei einem Informationsbesuch des VW Gesamtbetriebsrats 1985 erfuhren die Kollegen, dass unmittelbar in der Nähe des VW-Werkes Uitenhage Polizeikräfte friedliche Demonstranten mit gezielten Schüssen umgebracht haben. Seit Beginn der Übergriffe durch die Sicherheitskräfte sind allein in Uitenhage über 50 Menschen getötet worden. Der schwarze VW-Arbeiter Mlami Gladman Grootboom wurde von der Polizei schwer zusammengeschlagen. Die südafrikanische Automobilgewerkschaft NAAWU berichtete im BR-Kontakt: "Grootboom sagte aus, dass er zusammen mit einem anderen VW-Arbeiter um 7.20Uuhr morgens auf dem Weg zur Arbeit war. Ein Landrover mit weißen Polizisten kam auf sie zu und als er sie sah, verließ er die Straße, um sie zu jagen." Nachdem die Polizisten die beiden Arbeiter durch mehrere Straßen gehetzt hatten stoppten sie Grootbohm schließlich und schlugen ihn ins Gesicht. Er erhielt eine tiefe Schnittwunde auf seinem Augenlid. "Sie stießen ihn dann ins Auto und nahmen ihn mit zum Polizeirevier, wo er erneut zusammengeschlagen wurde. Sie sagten: Ihr VW-Arbeiter seit sehr hartnäckig, wir kriegen Euch noch!" (aus: BR-Kontakt, Informationsblatt des Gesamtbetriebsrates der VW AG, 3. September 1985)

Proteste gegen Verfolgung und Verhaftung von Gewerkschaftern

1984 wurden der FOSATU-Präsident Chris Dlamini und andere südafrikanischen Gewerkschafter verhaftet. Solidaritätsaktionen in Deutschland fanden statt, die Vertrauenskörperleitung von VW Wolfsburg setzte sich mit Bundeskanzler Kohl und Außenminister Genscher in Verbindung und bat um schnelles Handeln gegenüber der südafrikanischen Regierung. Der Protest hatte Erfolg: Die Gewerkschafter wurden wieder auf freien Fuß gesetzt.

Ein Jahr später wurden vier schwarze VW-Gewerkschafter - darunter John Gomomo - nachts um vier Uhr von der Polizei festgenomen. Die rund 3 500 schwarzen VW-Arbeiter legten daraufhin bei Schichtbeginn die Arbeit nieder, um gegen die Inhaftierung ihrer Kollegen zu protestieren. Parallel dazu führte der Gesamtbetriebsrat Gespräche mit dem Vorstand in Wolfsburg, damit dieser das Personalmanagement in Uitenhage veranlasst, sich für die Freilassung der Verhafteten einzusetzen. Der Streik und die Intervention des Betriebsrats waren erfolgreich. Die Gefangenen wurden wieder entlassen.

Südafrika1997 - Ausstellung im Wolfsburger Rathaus

Im Juni 1997 fand eine Fotoausstellung in der Bürgerhalle des Rathauses unter dem Motto "Südafrika1997 - Ansprüche und Engagement" statt.

Aktionstag zum Jahrestag des "Massakers von Soweto"

2001 veranstaltete die Arbeitsgruppe Südafrika einen Aktionstag zum 25. Jahrestag des "Massakers von Soweto". Bei Protesten im südafrikanischen Township Soweto gegen das damalige Apartheids-Regime sind Tausende von Menschen umgebracht worden. Während des Aktionstages wurden die Deutsche Bank und die Commerzbank aufgefordert, dem neuen südafrikanischen Staat Bankschulden zu erlassen. Diese Kredite halfen den Rassisten während der Apartheid, die Bevölkerung zu unterdrücken. Für die IG Metall ist es ein Unding, dass die Opfer der Apartheid diese Gelder jetzt auch noch zurückzahlen sollen.

Mehr Informationen:
Schlaglichter: Gewerkschaftsentwicklung in Südafrika


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