Volkswagen: Neue Tätigkeitsbeschreibungen für Meister vereinbart
TB 155: Jetzt zählt nicht die Quote, sondern Leistung und Können
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Tobias Altmann, Meister in der Montage II: "Die Quote war für uns willkürlich. Jetzt können wir unser Vorankommen gezielt angehen." |
Die rund eineinhalb Jahre intensiver Bemühungen haben sich gelohnt: Das neue Aufgabenprofil für Meister bei Volkswagen ist unter Dach und Fach. Seit dem 1. Januar 2010 gilt die neue TB 155, die Tätigkeitsbeschreibung 155. Wichtigste Neuerung: Die Lohnentwicklung ist nicht mehr von einer Quote abhängig, sondern von den Leistungen und dem Können jedes einzelnen.
"Besonders am Anfang war es ein zähes Ringen mit der Geschäftsführung", erinnert sich Jürgen Hildebrandt, Mitglied im Betriebsausschuss.
"Schließlich hat unsere beharrliche Überzeugungsarbeit aber doch Früchte getragen". Dabei lag das Problem eigentlich auf der Hand: Die Möglichkeiten für Meister, sich in höheren Entgeltgruppen weiterzuentwickeln, wurden durch eine festgelegte Quote gedeckelt. "In vielen Fällen musste man darauf warten, dass jemand in Rente geht, um einen Schritt nach vorne zu kommen", erläutert Tobias Altmann, der als Meister in der Montage II arbeitet. "Für viele von uns bedeutete das Endstation – oder zumindest Kriechgang". Selbst die Stellen von Kollegen in passiver Altersteilzeit waren blockiert. "Mit Gerechtigkeit hatte das jedenfalls nichts zu tun", so Altmann.
Dazu kam, dass die Tätigkeit als Meister aufgrund der gewachsenen Aufgabenfülle neu zu bewerten war – und zwar mit offiziellen Tätigkeitsbeispielen. Denn ähnlich wie Teamsprecher besetzen die Meister im Rahmen des Volkswagen Weges bei der Organisation von Arbeitsabläufen eine Schlüsselposition. Diesem höherwertigen Anforderungsprofil ist bisher nicht hinreichend Rechnung getragen worden. "Es gibt ältere Kollegen, die haben mit der 13 angefangen und saßen ewig in der 14 fest", weiß Altmann.
Die neue TB 155 räumt mit diesen Defiziten auf. Sie ermöglicht eine durchgängige Entwicklung – orientiert an Betriebszugehörigkeit, Erfahrung und Qualifikation. "Leistung und Qualifizierung lohnen sich jetzt", unterstreicht Altmann. "Die Quote war für uns willkürlich. Jetzt können wir unser Vorankommen gezielt angehen." Außerdem bringt das neue Profil mit sich, dass es bereits nach einem Jahr die Möglichkeit einer Hochstufung von der 13 in die 15 gibt. "Das ist natürlich ein ganz anderer Ansporn als vorher, Leistung zu zeigen", sagt Altmann. Von den Meistern bei Volkswagen ist die Neuregelung dementsprechend gut aufgenommen worden.
"Nachdem es uns im vergangenen Jahr gelungen war, bei den Teamsprechern deutliche Verbesserungen zu erreichen, sind nun endlich die Meister an die Reihe gekommen", unterstreicht Jürgen Hildebrandt den Verhandlungserfolg. Die Interessenvertretung der Beschäftigten "braucht einen langen Atem, das ist auch bei VW das Bohren dicker Bretter", so der Betriebsrat. |