ThyssenKrupp Tailored Blanks: Standort Wolfsburg wird zum 30. April 2010 geschlossen
Geld wiegt Job-Verlust nicht auf
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Die Betriebsräte Rainer Bräuer und Manfred Voit konnten mit Hilfe der IG Metall nur noch einen guten Sozialplan aushandeln. |
Es ist nicht einmal zehn Jahre her, da hat die Firma ThyssenKrupp 120 Millionen Mark in eine Produktionsanlage in Vorsfelde investiert. Am 30. April 2010 macht das Unternehmen seine Fabrik in Wolfsburg wieder dicht. 92 Beschäftigte verlieren ihren Job – überwiegend hochqualifizierte Mechaniker, Schlosser und Elektriker.
Die Herstellung von so genannten Tailored Blanks – maßgeschneiderten Weißblechen per Laserstrahl – sollte zukunftssichere Arbeitsplätze schaffen. Das Produkt habe sich aber, wie der Betriebsratsvorsitzende Manfred Voit bitter feststellt, als "Auslaufmodell" erwiesen. "Heute verlangen die Kunden nach Blechen ohne Schweißnähte – neue Technologien können dies bieten", ergänzt sein Betriebsratskollege Rainer Bräuer.
ThyssenKrupp hätte, so IG Metall-Sekretär Dieter Pfeiffer, rechtzeitig reagieren und die Wolfsburger Fertigungsanlage auf neue Produkte umstrukturieren können. Dies hat der Konzern unterlassen – und daher ist am 30. April definitiv Schluss. Der Abbau der Maschinen hat bereits begonnen.
IG Metall und Betriebsrat erreichten in den Verhandlungen immerhin einen ordentlichen Sozialplan. "Den Verlust des Arbeitsplatzes kannst du mit Geld aber nicht aufwiegen", sagt Manfred Voit. Er selbst ist 35 Jahre, plant eine Weiterbildung zum Techniker und hofft auf eine neue berufliche Perspektive. Kollegen wie Rainer Bräuer sind aber über 50 Jahre. Ihnen bleibt nur wenig Hoffnung.
Zumal auch ThyssenKrupp kaum Ersatzarbeitsplätze im großen Konzernverbund anbieten wird. "Die planen selbst, mehr als 2 000 Beschäftigte abzubauen", weiß Manfred Voit. "Da haben wir 92 aus Wolfsburg nur geringe Chancen."
Voit, Bräuer und Pfeiffer suchen die Kooperation mit der regionalen Arbeitsagentur. "Wir wollen versuchen, die Vermittlungschancen der Kolleginnen und Kollegen optimal auszuschöpfen", sagt Pfeiffer. Schließlich seien die Thyssen-Beschäftigte alle bestens ausgebildet und kontinuierlich weitergebildet worden, so Manfred Voit. |