Kaluga: Arbeitnehmer bekommen eigene Interessenvertretung
IG Metall Wolfsburg und Europäischer VW-Konzernbetriebsrat unterstützen russische Kollegen
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Die TeilnehmerInnen des Workshops |
Wolfsburg - Die Arbeitnehmer im russischen VW-Werk in Kaluga sollen schnellstmöglich eine Interessenvertretung bekommen. Dies ist das Ergebnis eines einwöchigen Workshops, an dem Vertreter der beiden russischen Gewerkschaften, des Managements und der IG Metall teilgenommen haben. Zu diesem Treffen hatte die IG Metall und der Europäische Konzernbetriebsrat (EKBR) ins Gewerkschaftshaus nach Wolfsburg eingeladen. Unter Federführung von Michael Riffel (Generalsekretär des EKBR) und Frank Patta (1. Bevollmächtigter der IG Metall) unterzeichneten die Beteiligten eine 16-Punkte-Vereinbarung, in der die künftige Zusammenarbeit zwischen VW Kaluga und den im Betrieb vertretenen Gewerkschaften geregelt wird. Frank Patta: "Damit ist Kaluga in die VW Welt aufgenommen worden."
In Kaluga sind zwei Gewerkschaften vertreten: die traditionelle "Allrussische Konförderation der Arbeit" und die neu gegründete "Förderation der unabhängigen Gewerkschaften Russlands". Beide Organisationen wollen eine gemeinsame Interessenvertretung für die derzeit 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiten aufbauen. Das Management hat ihnen zugesagt, geeignete Arbeitsmöglichkeiten und Büroflächen zur Verfügung zu stellen. Außerdem verpflichtet sich das Unternehmen VW Rus, alle Fragen der Gewerkschaften umfassend und vollständig zu beantworten.
Frank Patta und Michael Riffel haben ihren russischen Kolleginnen und Kollegen ihre Unterstützung zugesichert. Dazu sind auch regelmäßige Gewerkschaftsseminare vorgesehen. Außerdem ist vor Ort in Kaluga eine gemeinsame Schulung für Gewerkschafter und Führungskräfte zur VW-Unternehmenskultur vorgesehen.
Sehr zufrieden mit den Ergebnissen der Tagung sind auch Aleksey Etmanov und Elena Swistunova gewesen, die für ihre Gewerkschaften das Abkommen unterzeichnet haben. Sie lobten die solidarische Hilfe der IG Metall und des VW-Betriebsrates. Eine solche Zusammenarbeit habe man bislang in anderen Automobilunternehmen in Rußland noch nicht erlebt.
Siehe auch:
28.05.2009 Treffen der Gewerkschafter der mittel- und osteuropäischen VW-Standorte: "Wir müssen den Schulterschluss mit den Gewerkschaften im russischen Kaluga suchen"
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